Nun doch: Lufthansa will mehr Zeit
Die Lufthansa hat für die geplante Übernahme der AUA eine Fristverlängerung bis Ende August beantragt. Nun scheint dem Deal nichts mehr im Wege zu stehen.
Die Lufthansa hat für die geplante Übernahme der AUA eine Fristverlängerung bis Ende August beantragt. Nun scheint dem Deal nichts mehr im Wege zu stehen.
Die Lufthansa hat für die geplante Übernahme der Austrian Airlines (AUA) eine Verlängerung der vertraglich vereinbarten Angebotsfrist bis Ende August beantragt.
"Materielle Einigung"
Grund sei, dass die EU-Wettbewerbskommission den Zusammenschluss noch nicht genehmigt habe, teilte die Deutsche Lufthansa AG am Dienstag in Frankfurt mit. Es zeichne sich zwar eine „materielle Einigung“ mit der Behörde ab, die formale Freigabe sei aber nicht mehr bis zum 31. Juli möglich. Bislang sollte die Angebotsfrist an diesem Termin ablaufen. Den Antrag für die Verlängerung reichte das Unternehmen bei der österreichischen Übernahmekommission ein.
Slots an Konkurrenten
Hintergrund für die ins Auge gefasste Verschiebung sind Forderungen der EU-Kommission, um die Übernahme genehmigen zu können. Die Lufthansa soll Start-und Landerechte an Konkurrenten abgeben, um den Wettbewerb auf bestimmten Strecken aufrechtzuerhalten.
Durchbruch in Brüssel
Montagabend gab es in Brüssel den Durchbruch nach zähen Gesprächen zwischen der Lufthansa und der EU –Wettbewerbskommission. Die Lufthansa ist EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes weiter entgegengekommen und machte vor allem bei den Flügen Wien–Frankfurt neue Zugeständnisse.
Streitpunkte zwischen der Kommission und der Lufthansa waren bestimmte Start- und Landerechte (Slots), vor allem auf den Strecken von Wien nach Frankfurt, Genf und München. Es ging nicht nur um die Slots selbst, sondern auch um deren Verfügbarkeit zur rechten Zeit und damit verbundene Rechte.
500 Millionen Euro Staatshilfe
Der Dax-Konzern hatte sein Angebot bereits mehrfach nachgebessert, aber noch keine Einigung erreicht. Die EU-Behörde muss außerdem grünes Licht für eine 500 Millionen Euro schwere Staatshilfe für die AUA geben.
Bis zuletzt hatte eine Sprecherin der Lufthansa – so auch Freitag Nachmittag im Gespräch mit EURACTIV.de – erklärt, wenn bis 31. Juli die Freigabe durch die EU nicht erfolge, finde das Geschäft definitiv nicht statt. Die Lufthansa werde vom Deal zurücktreten. Die Lufthansa habe alle Anforderungen erfüllt. Zeitgleich hatte jedoch der Sprecher von Wettbewerbskommissarin Kroes, Jonathan Todd, darauf bestanden: "Der Ball liegt im Feld von Lufthansa."
EURACTIV mit dpa