O'Leary zur Aschewolke: "Wir haben sie nie gesehen"
Europas schillerndster Airline-Chef hat mal wieder zugeschlagen. Diesmal richten sich Michael O'Leary's Verbalattacken gegen europäische Beamte und Wetterexperten.
Europas schillerndster Airline-Chef hat mal wieder zugeschlagen. Diesmal richten sich Michael O’Leary’s Verbalattacken gegen europäische Beamte und Wetterexperten.
O’Leary bezweifelt die Existenz der Aschewolke. "Wir haben sie nie gesehen", so der Ryanair-Chef bei der Jahrespressekonferenz am Dienstag. Offenbar habe "irgendein Idiot beim britischen Wetterdienst" Kaffee verschüttet und dabei die Wolke kreiert. Diese sei ein "Mythos". Die "ganzen Bürokraten" hätten "überreagiert".
O’Leary kündigte an, gegen die EU-Entschädigungsregeln für Fluggäste vorzugehen, und Forderungen von Urlaubern nicht stattzugeben, die aufgrund der Aschewolke nicht fliegen konnten. Die EU-Regeln seien "betrügerisch". "Wir haben Forderungen von Bastarden, die 30 Pfund für ein Ticket gezahlt haben, und 3.000 Euro zurückfordern."
Wegen der schlechten Versorgung gestrandeter Passagiere im Vulkanasche-Chaos wurde Ryanair in Italien bereits zu rund drei Millionen Euro Strafe verdonnert. Die Passagiere in Rom erhielten weder Getränke, noch Essen oder Hotelgutscheine. Eine Sprecherin der EU-Kommission forderte Ryanair sogar dazu auf, sich wie alle anderen Fluglinien an die Regeln zu halten.
O’Leary will nun erreichen, dass das EU-Parlament die Entschädigungs- und Verpflegungsregeln ändert. Außerdem sei er bereit, die nationalen Regierungen wegen der Flugverbote auf Entschädigung zu verklagen. Derzeit bereiten mehrere Airlines, darunter auch der Billigflieger EasyJet, eine Sammelklage vor.
Nach Angaben von Ryanair haben die Flugverbote in Folge der Aschewolke das Unternehmen bislang 50 Millionen Euro gekostet.
O’Leary träumt von schnellen Frauen
Für den Sparfanatiker O’Leary sind das 50 Millionen Euro zuviel. Berühmt wurde der Ire mit der Idee, eine Nutzungsgebühr für Flugzeugtoiletten einzuführen. Auch spielte er mit dem Gedanken, von Übergewichtigen höhere Ticketpreise zu verlangen (Arbeitstitel "Fat Tax"), oder platzsparende Hocker in seinen Maschinen zu montieren. "Wenn das die Preise drücken kann, machen wir es", so sein Motto.
Eigentlich müsste sich O’Leary nicht so sehr über die Flugverbote aufregen. 2009/10 verbuchte die Airline einen bereinigten Gewinn von 319 Millionen Euro, nach Verlusten im Jahr zuvor. Auf die Frage, was er mit seinem persönlichen Gewinn anfangen werde, sagte O’Leary verbittert: "Ich werde meine Steuern in Irland zahlen". Irische Beamte und Politiker führt O’Leary ebenfalls gerne in der Kategorie "Idioten". Über seine Zukunftspläne äußerte er: "Ich könnte abhauen und das Geld für schnelle Frauen und langsame Pferde ausgeben."
edo