Orbán-Wahlsieg könnt zu Auswanderungswelle führen

Sollte die regierende Fidesz-Partei die Wahlen am Sonntag gewinnen, könnten sich 28 Prozent der arbeitenden Bevölkerung vorstellen, das Land zu verlassen. Dies geht aus einer Umfrage des oppositionellen Republikon-Instituts hervor.

EURACTIV.com mit Telex
Congress of the ruling Hungarian Fidesz party
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban, Vorsitzender der ungarischen Regierungspartei Fidesz, spricht auf dem 29. Kongress der Partei in Budapest, Ungarn, am 14. November 2021. Die Inschrift auf dem Rednerpult lautet: 'Für uns steht Ungarn an erster Stelle!' [[EPA-EFE/Szilard Koszticsak]]

Sollte die regierende Fidesz-Partei die Wahlen am Sonntag gewinnen, könnten sich 28 Prozent der arbeitenden Bevölkerung vorstellen, das Land zu verlassen. Dies geht aus einer Umfrage des oppositionellen Republikon-Instituts hervor.

Jeder dritte Ungar im erwerbsfähigen Alter (33 Prozent) hat bereits darüber nachgedacht auszuwandern.

In der Wahlumfrage erziehen die regierenden Fidesz-KDNP und der gemeinsame Oppositionsblock Vereinigte für Ungarn (EM) ähnliche Ergebnisse. Es liegen lediglich 2 Prozentpunkten zwischen den Lagern, wobei 35 Prozent der Wähler die Regierung und 33 Prozent die Opposition unterstützten. Gut 29 Prozent aller Wähler haben sich jedoch noch nicht festgelegt.

Dies steht im Einklang mit früheren Umfragen von Republikon, Závecz und anderen Forschungsinstituten, die als eher oppositionsfreundlich gelten. Unternehmen, die der Regierungspartei nahestehen, prognostizieren dagegen in der Regel einen deutlich größeren Vorsprung für Fidesz.

Medián, das den tatsächlichen Wahlausgang 2018, der zu einer Zweidrittelmehrheit der Regierungspartei im Parlament führte, am ehesten vorhersagen konnte, prognostizierte am Mittwoch einen deutlichen Fidesz-Sieg, der die Supermajorität nur knapp verfehlen würde.