Osborne: London wird immer Europas Finanzzentrum bleiben
Der britische Schatzkanzler George Osborne will keine Debatte zur Konkurrenz der Finanzplätze London, Paris und Frankfurt. Entscheidend sei der Wettbewerb mit Asien und den USA.
Der britische Schatzkanzler George Osborne will keine Debatte zur Konkurrenz der Finanzplätze London, Paris und Frankfurt. Entscheidend sei der Wettbewerb mit Asien und den USA.
Der Britische Schatzkanzler George Osborne warnt davor, von einem Wettbewerb zwischen den Finanzplätzen London, Paris und Frankfurt zu reden. London sei das Zentrum Europas für Finanzdienstleistungen, und stehe nur mit Finanzpläzen in Asien und den USA im Wettbewerb, so der Finanzminister in einem Gastkommentar für die Financial Times.
Niemand sollte daran zweifeln, dass Großbritannien entschlossen ist, ein globales Finanzzentrum für Europa und die Welt zu bleiben, schreibt Osborne. London hatte sich in der Vergangenheit wiederholt gegen EU-Regulierungen des Finanzmarktes gewehrt. Britische Medien äußerten die Befürchtung, der französische Binnemarktkommissar Michel Barnier könnte dem Londoner Finanzplatz schaden, um Paris einen Vorteil zu verschaffen.
Osborne will starken Euro
Der Schatzkanzler fordert zudem eine bessere Koordinierung für einen starken Euro. Die Eurozone müsse der Logik einer einheitlichen Währung folgen und überzeugender hinter dem Euro stehen. Osborne verweist auf den eigenen Plan zum Defizitabbau, der ein Triple-A Rating britischer Staatsanleihen garantiere, also die Bestnote.
An künftigen Rettungsaktionen wie im Fall Griechenlands und Irlands will sich London nicht mehr beteiligen. Dies machte Premier David Cameron auf dem EU-Gipfel Ende Dezember deutlich.
Finanzplatz Europa: Debatte um Wettbewerbsfähigkeit
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann warnte im Herbst angesichts schärferer Bonus- und Hedgefondsregeln in der EU vor Nachteilen für den europäischen Finanzmarkt (EURACTIV.de vom 17. November 2010). Einige europäische Politiker verfielen unter dem Druck ihrer Heimatländer in Aktionismus, so der Schweizer. Er sehe diese Entwicklungen mit Sorge, so Ackermann. Denn sie gefährdeten das Ansehen, die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Finanzmarktes, der mit wachsender Konkurrenz aus Asien zu kämpfen habe.
Die EU-Abgeordneten und Finanzexperten Sven Giegold (Grüne) und Udo Bullmann (SPD) verteidigten daraufhin harte Regeln für den EU-Finanzmarkt (EURACTIV.de vom 17. November 2010). "Ackermann irrt, wenn er glaubt, die überfälligen Reformen wieder in Frage stellen zu können", sagte Giegold gegenüber EURACTIV.de. Man habe in der EU auf Druck des Europaparlaments die weltweit strengsten Regeln für die Bezahlung von Bankmanagern beschlossen. Doch trotz der Strenge sei "mitnichten zu erwarten, dass dadurch ein Massenexodus von Bankern aus der EU erfolgt". So groß sei die internationale Mobilität jenseits der EU selbst bei Bankern nicht.
Presse
FT: ‚Europe must start putting its house in order‘. Gastbeitrag von George Osborne (6. Januar 2011)
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