Portugal: Zentralbank erwartet Einhaltung der Defizitgrenze

Aus Sicht der portugiesischen Zentralbank bliebt der Regierung des Landes viel Spielraum, ihr das öffentliche Haushaltsdefizit unter der Grenze von 1,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr zu erreichen.

Lusa.pt
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In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Wirtschaftsbulletin von Oktober erklärt die Zentralbank, dass für eine Defizitquote von 1,9 Prozent, wie sie im Staatshaushalt 2022 vorgesehen ist, in der zweiten Jahreshälfte eine Reduzierung um drei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr erforderlich wäre, wenn man von vorübergehenden Maßnahmen absehen würde. [Shutterstovk/Tupungato]

Aus Sicht der portugiesischen Zentralbank bliebt der Regierung des Landes viel Spielraum, ihr das öffentliche Haushaltsdefizit unter der Grenze von 1,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr zu erreichen.

Zu verdanken sei dies den hohen Steuereinnahmen, die trotz der ergriffenen Maßnahmen, um die Auswirkungen der Inflation auf Haushalte und Unternehmen abzumildern, anfielen.

In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Wirtschaftsbulletin für den Oktober erklärt die Zentralbank, dass eine Defizitquote von 1,9 Prozent, wie sie im Staatshaushalt 2022 vorgesehen ist, in der zweiten Jahreshälfte eine Reduzierung um drei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr erfordern würde.

Der Bericht stellt fest, dass die laufenden Maßnahmen zur Abmilderung der Auswirkungen der Inflation zusammen mit den Ausgaben im Zusammenhang mit der Pandemie eine Auswirkung auf den Haushaltssaldo im Jahr 2022 haben dürften, die „etwas geringer ist als [die] in den Jahren 2020 und 2021“ und sich stärker auf die zweite Jahreshälfte konzentriere.

Die Zentralbank kommt daher zu dem Schluss, dass „in dem günstigen Kontext für die Entwicklung der Steuereinnahmen selbst unter Berücksichtigung der Haushaltsauswirkungen dieser politischen Maßnahmen, die auf etwa 3,2 Prozent des BIP in der zweiten Jahreshälfte geschätzt werden, genügend Spielraum besteht, um das offizielle Ziel zu erreichen.“

Die Bank von Portugal hat auch ihre Prognose für die diesjährige Inflationsrate der Verbraucherpreise nach oben korrigiert, und zwar um 1,9 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent, was der höchste Wert seit 1993 wäre und den zunehmenden Druck auf die Preise widerspiegelt.

Nach der Prognose der Zentralbank soll der harmonisierte Verbraucherpreisindex in diesem Jahr 7,8 Prozent erreichen. Damit wurde die Prognose vom Juni (5,9 Prozent) nach oben korrigiert, obwohl sie immer noch unter dem Eurozonen-Durchschnitt liegt.

Die Bank betont, dass der Inflationsdruck in der zweiten Jahreshälfte trotz einiger Entspannungssignale hoch bleibe.

Sie geht daher davon aus, dass die Inflationsrate in diesem Zeitraum bei über 9 Prozent bleiben und im dritten Quartal mit 9,5 Prozent ihren Höhepunkt erreichen, bevor sie sich bis zum Jahresende leicht abschwächen dürfte.