Reaktion auf Kindesmissbrauchsfall sorgt für Aufruhr in Serbien

Ein Vater, der seine achtjährige Tochter in Belgrad gefangen hielt, wurde verhaftet, aber das Familiengericht hat ihm die Vormundschaft nicht entzogen, was dazu führte, dass die Öffentlichkeit die Reaktion der Institutionen in diesem Fall verurteilte.

EURACTIV.rs
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On Wednesday, the NGO Autonomous Women’s Center (AWC) announced that the family court judge had taken away both parents’ rights but had not officially removed conservatorship from the father. [Shutterstock/Mehaniq]

Ein Vater, der seine achtjährige Tochter in Belgrad gefangen hielt, wurde zwar verhaftet. Aber die Vormundschaft für das Kind wurde ihm nicht entzogen, was einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat.

Nach vier Tagen des Versteckens wurde Uroš P. (38) am Dienstag unter dem Verdacht festgenommen, seine achtjährige Tochter eingesperrt zu haben. Er wurde zuvor von seiner Lebensgefährtin bei der Polizei wegen Gewalt angezeigt und floh. Im Haus fand die Polizei ein unterernährtes und desorientiertes Mädchen.

Am Mittwoch gab die Nichtregierungsorganisation Autonomous Women’s Center (AWC) bekannt, dass der Familienrichter beiden Elternteilen die Rechte entzogen, dem Vater aber nicht offiziell die Vormundschaft entzogen habe.

„Es ist ein Versäumnis des Zentrums, oder leider ihre Unwissenheit, in ihrer Erklärung zu behaupten, dass das Gericht über die Vormundschaft entschieden hat, obwohl dies nicht stimmt“, so AWC.

Demzufolge würde die Behörde selbst den Vorgang nicht richtig verstehen.

„Da die Vormundschaftsbehörde nicht verstanden hat, welche Konsequenzen eine solche richterliche Entscheidung für das Leben eines minderjährigen Kindes hat, muss mehr darüber informiert werden, dass der Vater angewiesen wurde, ein neues gerichtliches Verfahren zur Entziehung einzuleiten“.

Die Schuld an der fortwährend schwierigen Situation trage der Staat.

„Die Verantwortung für alles, was dieses Mädchen überlebt hat, liegt beim gesamten staatlichen System, angefangen bei der Polizei, dem Zentrum für Sozialarbeit, dem Gericht, der Staatsanwaltschaft, den Gesundheits- und Bildungseinrichtungen sowie der lokalen Selbstverwaltung, aber auch bei all jenen Institutionen, die für die Ausbildung der handelnden Fachkräfte verantwortlich sind“, fügte sie hinzu.

Auf Anfrage von EURACTIV bestätigte das Ministerium für Familienwohlfahrt und Demografie, dass es mit dem Fall vertraut sei und mit dem städtischen Zentrum für Sozialarbeit in Belgrad in Kontakt stehe.

Auf die Frage, wie das Ministerium die Arbeit des Zentrums in diesem Fall kontrollieren werde, antwortete es, dass es die Arbeit beaufsichtigen werde, um festzustellen, ob in diesem speziellen Fall das Gesetz und die vorgeschriebenen professionellen Standards eingehalten wurden.