Russland gibt Ukraine Schuld an Tötung von Putin-Vertrauter
Der Föderale Sicherheitsdienst Russlands hat nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen am Montag (22. August) den ukrainischen Geheimdiensten die Ermordung von Darya Dugina, der Tochter eines russischen ultranationalistischen Politikers, vorgeworfen.
Der Föderale Sicherheitsdienst Russlands hat nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen am Montag (22. August) den ukrainischen Geheimdiensten die Ermordung von Darya Dugina, der Tochter eines russischen ultranationalistischen Politikers, vorgeworfen.
Die Tochter des prominenten Ideologen Alexander Dugin wurde am Samstagabend nach Angaben der russischen Ermittler:innen getötet, als ein mutmaßlicher Sprengsatz den Toyota Land Cruiser, in dem sie fuhr, in die Luft sprengte.
Die Ukraine hat jegliche Beteiligung ihrerseits bestritten.
Der russische Sicherheitsdienst erklärte, der Anschlag sei von einer 1979 geborenen Ukrainerin verübt worden, die als Natalia Pavlovna Vovk identifiziert worden sei.
Die Frau und ihre Tochter im Teenageralter seien im Juli in Russland eingetroffen und hätten den Anschlag einen Monat lang vorbereitet, indem sie eine Wohnung im selben Wohnblock gemietet und zu Duginas Lebensstil recherchiert hätten, heißt es in einer von russischen Nachrichtenagenturen verbreiteten Erklärung des Sicherheitsdienstes.
Vovk habe am Samstagabend eine Veranstaltung außerhalb Moskaus besucht, an der auch Dugina und ihr Vater teilgenommen hätten, bevor sie eine „kontrollierte Explosion“ von Duginas Auto durchgeführt habe und aus Russland nach Estland geflohen sei, hieß es in der russischen Erklärung.
Aus Kyjiw gab es keine unmittelbare Reaktion auf die Erklärung.
Unklarer Einfluss
Alexander Dugin, der Vater der Getöteten, ist ein ultranationalistischer russischer Ideologe, der Gewalt befürwortet hat, um die Vereinigung russischsprachiger und anderer Gebiete in einem riesigen neuen russischen Reich zu erreichen.
Darya, die regelmäßig im russischen Staatsfernsehen auftrat, unterstützte weitgehend die Ideen ihres Vaters und war eine Befürworterin des Angriffs auf die Ukraine.
Am Mittwoch ist es sechs Monate her, dass russische Truppen in die Ukraine einmarschierten.
Über Dugins Einfluss in Russland und seine Nähe zu Präsident Wladimir Putin wurde viel spekuliert.
Einige Russlandexpert:innen schreiben ihm einen bedeutenden Einfluss auf die Außenpolitik Moskaus zu und sagen, er habe dazu beigetragen, die intellektuelle Grundlage für Putins aggressivere und expansionistische Außenpolitik zu schaffen.
Andere sagen, sein Einfluss sei minimal. Der 60-Jährige hat nie eine offizielle Funktion im Kreml ausgeübt.
Dugin antwortete nicht auf Fragen, die ihm am Sonntag per E-Mail an eine Adresse geschickt wurden, die auf der Website der von ihm gegründeten „Internationalen Eurasischen Bewegung“ angegeben ist.