Sarkozy verteidigt 'offensives' Konzept zur Frankophonie [DE]
Während des Internationalen Tages der Frankophonie (20. März) betonte der französische Präsident, dass die französische Sprache in internationalen Institutionen – die EU eingeschlossen – verstärkt genutzt werden müsse.
Während des Internationalen Tages der Frankophonie (20. März) betonte der französische Präsident, dass die französische Sprache in internationalen Institutionen – die EU eingeschlossen – verstärkt genutzt werden müsse.
Die Förderung der Frankophonie sei im Interesse Frankreichs, sagte Sarkozy. Er forderte Diplomaten aus Frankreich und den anderen Ländern der 68 Mitglieder umfassenden Internationalen Organisation der Frankophonie (OIF) auf, die französische Sprache auf der internationalen Bühne verstärkt zu nutzen.
Es erscheine ihm merkwürdig, beispielsweise, dass der Chef eines Landes, in dem Französisch die offizielle Sprache sei, sich dafür entscheiden solle, von der Rednerbühne der Vereinten Nationen die gesamte internationale Gemeinschaft in Englisch anzusprechen, wenn er anschließend von der Bühne gehe, und sich beschwere, dass die französische Sprache nicht ausreichend verteidigt würde, erklärte Sarkozy. Er sprach sich für eine „offensivere Frankophonie“ aus.
Der Internationale Tag der Frankophonie wird jedes Jahr gefeiert, um den Gebrauch der Sprache zu fördern, die unter den am meisten gesprochenen Sprachen der Welt den neunten Rang einnimmt. 200 Millionen Menschen haben mindestens zum Teil Kenntnisse des Französischen.
Französisch ist zudem die Sprache in der EU, die, nach Deutsch aber vor Englisch, am zweitmeisten gesprochen wird. Sarkozy sagte, er werde den Status des Französischen in der Europäischen Union prüfen und Bemühungen vorantreiben, ein Gleichgewicht zwischen den Arbeitssprachen der Union aufrechtzuerhalten.
Die diesjährige offizielle Veranstaltung fand in Vietnams Hauptstadt Hanoï statt. Sie legte einen besonderen Fokus auf „neue Technologien, um eine neue Frankophonie zu fördern“.
In diesem Sinne betonte der Generalsekretär der OIF, Abdou Diouf, die Bedeutung der Entwicklung einer „digitalen Frankophonie“, indem stark in digitale Technologien und in den Zugang von Entwicklungsländern zu diesen investiert würde, insbesondere durch Weiterbildungsprogramme. Es gehe um „unsere Glaubwürdigkeit“. Man könne Solidarität nicht ins Zentrum der Frankophonie stellen, während man gleichzeitig die „digitale Kluft“ wachsen lasse.
Diouf bedauerte die „Kolonisierung“ der digitalen Instrumente, wie das Internet, durch die englische Sprache. Es gehe bei der Eroberung dieser neuen Medien auch um die Eroberung von Ansichten und der Phantasie“, erklärte Diouf.