Schwedische Regierung will neue Atomkraftwerke im Land
Die Rechtsvorschriften zur Beschränkung der Anzahl der Kernreaktoren und ihrer geografischen Lage werden von der Regierung aktualisiert, um den Ausbau der schwedischen Kernkraftwerke zu unterstützen.
Die Rechtsvorschriften zur Beschränkung der Anzahl der Kernreaktoren und ihrer geografischen Lage werden von der Regierung aktualisiert, um den Ausbau der schwedischen Kernkraftwerke zu ermöglichen.
Nach einem Referendum im Jahr 1980 beschloss Schweden, die Zahl der Kernkraftwerke auf seinem Staatsgebiet bis 2010 zu reduzieren.
Seitdem hat die schwedische Regierung allerdings einen Richtungswechsel hingelegt, und die Laufzeit der Reaktoren bis mindestens 2045 verlängert.
Steigende Strompreise und Klimaziele haben sich ebenfalls ausgewirkt. In einer Ende Dezember veröffentlichten Meinungsumfrage befürworteten 59 Prozent der Schweden den Ausbau der Kernkraft. Nur 8 Prozent wünschten sich die Abschaltung der Anlagen.
Umweltministerin Romina Pourmokhtari und Ministerpräsident Ulf Kristersson kündigten die Pläne der Regierung an, eine Reform durchzuführen, die den Bau von Reaktoren an neuen Standorten ermöglichen würde. Das Gesetz sieht derzeit den Betrieb von 10 Reaktoren an nur drei Standorten – Forsmark, Oskarshamn und Ringhals – vor.
„Es werden Gesetzesänderungen vorgenommen, um neue Kernkraftwerke zu ermöglichen, einschließlich kürzerer Genehmigungsverfahren und administrativer Schnellverfahren“, erklärte Kristersson auf der Pressekonferenz.
Laut Pourmokhtari, der von der schwedischen Nachrichtenagentur zitiert wird, sollen die aktualisierten Rechtsvorschriften auch den Bau von konventionellen Großreaktoren und kleinen modularen Reaktoren (SMR) ermöglichen.
„Die Gesetzgebung muss an neue Technologien und Entwicklungen angepasst werden“, fügte der Minister hinzu und betonte, dass mehr Unternehmen die Möglichkeit haben sollten, in neue Kernkraftwerke zu investieren.
Auf Seiten der Opposition kritisierten die Grünen den Vorstoß der Regierung für die Kernenergie und erklärten, sie würden einen Ausbau der Windenergie vorziehen. In ihrer Regierungszeit an der Seite der Sozialdemokraten hatten die Grünen den Betrieb von Kernkraftwerken verteuert, um den schrittweisen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie im Land zu erreichen.
Die Konsultationsphase für die vorgeschlagene Gesetzesänderung wird drei Monate dauern, danach wird die schwedische Regierung einen Gesetzesvorschlag ausarbeiten.
„Wir gehen davon aus, dass wir unseren Gesetzentwurf nach dem Sommer dem Parlament vorlegen können und die Gesetzesänderung im März 2024 in Kraft treten wird“, so Pourmokhtari.
Die Kernenergie nimmt im Energiemix des Landes einen wichtigen Platz ein. Rund 40 Prozent der Elektrizität des Landes gehen auf sie zurück – was in etwa dem Anteil der Wasserkraft entspricht.