Schweiz will bis 2050 klimaneutral sein

Die Schweizer Regierung hat am Mittwoch angekündigt, dass sie ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 ebenfalls auf ein Niveau von "netto Null" senken wird.

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Die schweizerische Regierung in Bern kündigte nun ebenfalls an, die Emissionen bis 2050 auf "Netto null" reduzieren zu wollen. [[Photo: Shutterstock]]

Die Schweizer Regierung hat am Mittwoch angekündigt, dass sie ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 ebenfalls auf ein Niveau von „netto Null“ senken will.

Laut Angaben von Regierungsvertretern in Bern werden die Eidgenossen ihr bisher bestehendes Ziel von 70-85 Prozent Emissionsminderung gegenüber den Werten von 1990 anheben.

„Netto null“ bedeutet, dass die Schweiz bis Mitte des Jahrhunderts alle Emissionen, die sie freisetzt, entweder mit natürlichen oder technologischen Mitteln wieder absorbieren wird.

Als Begründung für ihre Entscheidung nannte die Regierung „wissenschaftliche Erkenntnisse“ mit Blick auf einen Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, auch bekannt als Weltklimarat) der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2018.

Im Pariser Abkommen von 2016 haben sich die Staaten der Erde verpflichtet, die globale Erwärmung in diesem Jahrhundert auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, um sie auf „nur“ 1,5 Grad zu drücken. Das neue Ziel der Schweiz soll zu diesem Ziel beitragen.

Schon eine globale Erwärmung um 1,5 Grad könnte „zu gravierenden Veränderungen in den Ökosystemen führen“, hieß es in einer Regierungserklärung. Daher müsse „eine Netto-Emissionsbilanz von Null wesentlich früher erreicht werden.“

Im Jahr 2018 hatte die Schweizer Umweltbehörde gewarnt, dass der Treibhausgasausstoß des Alpenstaates vor allem durch den Flugverkehr gesteigert werde. Dieser mache rund zehn Prozent der Schweizer Emissionen aus. Nach Angaben der Europäischen Kommission liegt der globale Durchschnitt zwischen zwei und drei Prozent.

Das schweizerische Emissionshandelssystem schließt die Luftverkehrsemissionen in gleicher Weise wie das EU-weite System ein. Die beiden Systeme sind miteinander verknüpft.

Wichtiges Zeichen vor UN-Gipfel

Die Netto-Null-Ankündigung der Schweiz erfolgt wenige Wochen vor einem bedeutenden UN-Gipfel in New York, bei dem die Unterzeichner des Pariser Klimaabkommens bestenfalls ihre Klimaschutzziele erhöhen werden.

UN-Generalsekretär António Guterres forderte die Staats- und Regierungschefs der Welt auf, am 23. September mit neuen Zusagen nach New York zu kommen, um den internationalen Sorgen bezüglich der weiterhin steigenden Temperaturen und des Klimawandels Rechnung zu tragen.

US-Präsident Donald Trump wird dem Treffen wahrscheinlich fernbleiben.

Die EU hatte derweil gehofft, in New York ihren eigenen Netto-Null-Plan für 2050 vorlegen zu können. Die entsprechenden Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten scheiterten jedoch im Juni, da Estland, die Tschechische Republik, Ungarn und Polen die Vereinbarung nicht unterzeichnen wollten.

Dennoch wird erwartet, dass die EU-Vertreterinnen und -Vertreter eine ehrgeizige Strategie vorstellen und deutlich machen werden, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis alle EU-Länder Netto-Null-Emissionen befürworten. Derzeit laufen noch Gespräche über eine stärkere Mittelausstattung der Länder mit niedrigem BIP.

Diplomaten des EU-Rates haben gegenüber EURACTIV bereits mitgeteilt, sie seien „relativ zuversichtlich“, dass auf dem EU-Gipfel im Dezember in Brüssel ein endgültiges Abkommen ausgehandelt werde.

Ein Grund für den Optimismus: In Polen ist dann das heikle Hindernis „Parlamentswahlen“ abgehakt.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic und Tim Steins]