Spanien war 2021 viertgrößter Klimasünder der EU
Spanien hat seine CO₂-Emissionen im Jahr 2021 um mehr als drei Prozent erhöht, während andere EU-Länder sie um fünf Prozent gesenkt haben. Damit ist Spanien der viertgrößte Umweltverschmutzer in der EU und für acht Prozent der Gesamtemissionen der Union verantwortlich.
Spanien hat seine CO₂-Emissionen im Jahr 2021 um mehr als drei Prozent erhöht, während andere EU-Länder sie um fünf Prozent gesenkt haben. Damit ist Spanien der viertgrößte Umweltverschmutzer in der EU und für acht Prozent der Gesamtemissionen der Union verantwortlich.
Der Bericht mit dem Titel „Dekarbonisierung in Spanien 2022“ wurde von der Beobachtungsstelle Sustainability Observatory und der Kommunikationsberatung Grandmother verfasst und am Mittwoch in Madrid vorgestellt.
Die Länder, die Spanien in Bezug auf die Emissionen übertroffen haben, sind Deutschland (28 Prozent), Polen (12 Prozent) und Italien (10 Prozent), so der Bericht.
Spanien könne jedoch „nicht von einer Dekarbonisierung im Jahr 2021 sprechen, da es sich erneut von den Zielen des Integrierten Nationalen Energie- und Klimaplans (PNIEC) entfernt hat“, sodass in den kommenden Jahren „ein radikaler Wandel“ in den Sektoren Industrie, Energie, Verkehr, Wohnen, Handel und Institutionen erforderlich sein werde, warnte Fernando Prieto, Gründer und Koordinator des Sustainability Observatory.
So seien die Emissionen in Spanien zwischen 1990 und 2020 nur um acht Prozent gesunken sind.
Das Vereinigte Königreich und Deutschland beispielsweise, die ihre Emissionen um 45 beziehungsweise 42 Prozent reduzierten, zeigten dem Bericht zufolge „beeindruckende Ergebnisse.“
Im Energiesektor war Spanien zwischen 2020 und 2021 der sechstgrößte Emittent, gefolgt von Bulgarien, Estland, der Slowakei und Italien.
Gleichzeitig sei die Verantwortung für die CO₂-Emissionen in Spanien stark konzentriert, da nur „sehr wenige“ Unternehmen für einen „sehr großen“ Teil verantwortlich seien, sagte Prieto.
Der Experte nannte die zehn Unternehmen mit den höchsten Emissionen, die zusammengenommen für 18,7 Prozent der Gesamtemissionen in Spanien verantwortlich seien.
Gemäß den EU-Zielen muss Spanien jedoch seine Emissionen bis 2030 um 55 Prozent senken und bis 2050 Klimaneutralität anstreben.
Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die Industriesektoren einen Rückgang der Emissionen um 61 Prozent gegenüber dem Stand von 2005 anstreben, während die Sektoren Verkehr, Abfall und Haushalte unter anderem eine Reduzierung um 40 Prozent gegenüber dem gleichen Stand anstreben müssten.
Da diese Ziele auch vom Wirtschaftswachstum des Landes abhängen, muss Spanien seine diffusen Emissionen bis 2030 um 37,7 Prozent reduzieren. Dabei handelt es sich um Verschmutzungen, die von einer großen, nicht gefassten Quelle in die Atmosphäre gelangen, wie etwa Staub von einer Schlackenhalde, wie von der OECD definiert.