Spannungen im Kosovo: Hochrangiger Serbe in Gewahrsam
Die kosovarische Polizei hat ihre Razzien in Banjska, im Norden Kosovos, nach dem tödlichen Angriff auf eine Polizeipatrouille Ende September fortgesetzt. Am Dienstag wurde Milan Radoičić verhaftet, welcher zugab, an den Ereignissen beteiligt gewesen zu sein.
Die kosovarische Polizei hat ihre Razzien in Banjska, im Norden Kosovos, nach dem tödlichen Angriff auf eine Polizeipatrouille Ende September fortgesetzt. Am Dienstag wurde Milan Radoičić verhaftet, welcher zugab, an den Ereignissen beteiligt gewesen zu sein.
„Am 3. Oktober 2023 führten Beamte der Kriminalpolizeidirektion eine Durchsuchung der Wohnung und anderer Räumlichkeiten von Milan Radoičić durch, der für bis zu 48 Stunden in Polizeigewahrsam genommen wurde“, heißt es in der Presseerklärung.
Er wurde mit einer Anklageschrift zur Oberstaatsanwaltschaft in Belgrad gebracht.
Vor seiner Verhaftung am 30. September gab Milan Radoičić, der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der serbischen Liste, in Begleitung seines Anwalts eine Erklärung zu den tragischen Ereignissen in Banjska ab. Am 24. September griffen Serben dort die kosovarische Polizei an und töteten einen Beamten, bevor sie sich in einem Kloster verschanzten.
Pristina bezeichnete den Vorfall als einen Versuch, den Norden des Kosovo zu übernehmen.
In der Zwischenzeit sorgen die kosovarische Polizei und die stationierten NATO-Truppen KFOR weiterhin für die Sicherheit in der Region. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde erhöht und die Suche nach Waffen wird fortgesetzt.
Die Grenzübergänge in Jarinje und Brnjak sind seit neun Tagen geschlossen. Während es möglich ist, das Gebiet des Kosovo zu verlassen, ist es nicht möglich, einzureisen. Auch Waren, Medikamente und sogar Geld können nicht aus Serbien eingeführt werden, obwohl das Gebiet als Teil des Kosovo normalerweise keine Beschränkungen für den Warenverkehr aus anderen Teilen des Landes hat.
Das Unternehmen, das für den Geldtransport zuständig ist, kann in das Gebiet nicht einfahren, was bedeutet, dass Gehälter nicht ausgezahlt werden können. Den Banken geht das Geld aus, sagte Dejan Nedeljković, ein politischer Aktivist, gegenüber Euractiv. Der Betrieb der Banken im Kosovo, die die De-facto-Währung Euro ausgeben, läuft normal weiter.