Streit um Internet-Explorer: Friedenszeichen aus Seattle
Entspannung im Konflikt um den Internet-Explorer: Die EU-Kommission begrüßt Maßnahmen von Microsoft, die den Kunden die freie Wahl des Browsers ermöglichen sollen.
Entspannung im Konflikt um den Internet-Explorer: Die EU-Kommission begrüßt Maßnahmen von Microsoft, die den Kunden die freie Wahl des Browsers ermöglichen sollen.
Bereits beim neuen Betriebssystem Windows 7, das im Oktober erscheinen soll, wolle Microsoft die volle Wahlmöglichkeit sicherstellen. Das teilte die Wettbewerbskommission am 24. Juli 2009 mit.
Microsoft habe auch Vorschläge in Bezug auf die Offenlegung von Informationen zur Kombailität gemacht. Sie sollen es anderen Anbietern erleichtern, Produkte für Windows zu programmieren. Davon könnten Microsoft-Konkurrenten wie Google profitieren.
Microsoft-Chefjurist Brad Smith erklärte, mit den Vorschlägen werde man dem Wettbewerbsrecht der EU in allen Fragen voll und ganz gerecht. Die EU-Kommission will das Entgegenkommen von Mircrosoft nun genau prüfen.
Microsoft hält den Rekord bei Wettbewerbsstrafen
Hintergrund ist das laufende Wettbewerbsverfahren der EU-Kommission gegen Microsoft, eingeleitet nach einer Beschwerde des norwegischen Browser-Herstellers Opera. Die Norweger werfen Microsoft vor, mit der Kopplung von Windows und Internet Explorer den Wettbewerb zu behindern.
Die Microsoft-Konkurrenten Mozilla und Google schlossen sich der Beschwerde an. Auch der IT-Verband European Committee for Interoperable Systems (ECIS), unterstützt das Verfahren gegen den US-Softwareriesen.
"Kleinere, innovativere Browser-Entwickler brauchen Chancengleichheit", sagte ECIS Sprecher Thomas Vinje am 15. April 2009.
Zum wiederholten Mal muss Microsoft aus Brüssel eine hohe Wettbewerbsstrafe fürchten. Der Konzern aus Seattle hält bei EU-Bußgeldern den einsamen Rekord: 899 Millionen Euro wurden im Februar 2008 fällig – wegen überhöhter Lizenzgebühren für technische Informationen.
Für die Koppelung seines Betriebssystems mit dem Windows-Media Player musste Microsoft 500 Millionen Euro Strafe zahlen. Ingesamt belaufen sich die bisherigen Bußgelder auf rund 1,7 Milliarden Euro.
Internet Explorer – Marktanteile schwinden
Noch vor einigen Jahren hatte Microsoft im Browsermarkt noch einen Marktanteil von mehr als 95 Prozent, war also quasi Monopolist.
Im Mai belief sich der Marktanteil nach Erhebungen der Marktforscher von Net Applications noch auf 66 Prozent. Vor allem die Konkurrenten Firefox (23 Prozent) und Apples Safari (8,4 Prozent) konnten zuletzt Marktanteile dazugewinnen. Der führende Suchmaschinen-Betreiber Google, der mit der Software Chrome ebenfalls einen Internet-Browser anbietet, hatte sich im Februar der Opera-Beschwerde angeschlossen.
awr
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