"Swissleaks": Schweizer Bank machte Milliardengeschäfte mit Kriminellen
Nach Berichten über mutmaßliche Steuervergehen ihrer Kunden hat die britische Bank HSBC Versäumnisse bei ihrer Schweizer Tochter eingeräumt.
Nach Berichten über mutmaßliche Steuervergehen ihrer Kunden hat die britische Bank HSBC Versäumnisse bei ihrer Schweizer Tochter eingeräumt.
Es habe in der Vergangenheit Fehler bei der Aufsicht und beim Thema Regelkonformität (Compliance) gegeben, erklärte HSBC am Sonntag. Zahlreiche Medien wie die britische Zeitung „Guardian“ und das französische Blatt „Le Monde“ hatten berichtet, die HSBC-Privatbank in der Schweiz habe reichen Kunden geholfen, Steuern zu hinterziehen und Guthaben zu verstecken. Sie hätten etwa ganze Geldbündel in ausländischen Währungen abheben dürfen, die in der Schweiz von geringem Nutzen seien.
HSBC erklärte in einer vierseitigen Stellungnahme, die Schweizer Tochter sei nach der Übernahme 1999 nicht vollständig integriert gewesen. Sie habe deswegen deutlich niedrigere Standards erlaubt. Die HSBC-Privatbank – und besonders die Niederlassung in der Schweiz – sei in den vergangenen Jahren radikal umgebaut worden. Weil Schweizer Privatbanken früher anders gearbeitet hätten, sei es möglich, dass Kunden nicht im vollem Umfang ihren steuerlichen Verpflichtungen nachgekommen seien, hieß es.
Wie das internationale Recherchenetzwerk ICIJ mitteilte, legten internationale Kunden bei der Bank Milliardenbeträge an, davon offenbar ein großer Teil Schwarzgeld. Dabei habe die HSBC habe unter anderem von „Geschäften mit Waffenhändlern profitiert“, die Mörserbomben an Kindersoldaten in Afrika geschickt hätten, erklärte das Netzwerk. Andere kriminelle Partner seien „Schmuggler von Blutdiamanten“ und Terrorismus-Finanzierer gewesen.
Involviert in die dubiosen Geschäfte ist den Enthüllungen zufolge auch eine Reihe von amtierenden und früheren Politikern aus Großbritannien, Russland, Indien und aus afrikanischen Ländern sowie von Königshäusern arabischer Staaten. Zu den betroffenen Persönlichkeiten gehören den Angaben zufolge unter anderem ein Cousin des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sowie Verwandte des früheren ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak und des ehemaligen chinesischen Ministerpräsidenten Li Peng.