Türkei: Zwei Monate vor den Wahlen liegt Erdogan hinten

Der amtierende Präsident Recep Tayyip Erdoğan liegt in der Wählergunst hinter seinem Hauptgegner Kemal Kılıçdaroğlu, der die Mitte-Links-Partei CHP und das zentristische Mehrparteien-Wahlbündnis Millet İttifakı anführt.

EuropElects
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Kılıçdaroğlu liegt derzeit mit rund 56 Prozent der Stimmen in Führung, während Erdoğan mit nur 44 Prozent im Rückstand liegt, so der Umfragedurchschnitt von Europe Elects. [Shutterstock/ymphotos]

Der amtierende Präsident Recep Tayyip Erdoğan liegt in der Wählergunst hinter seinem Hauptgegner Kemal Kılıçdaroğlu, der die Mitte-Links-Partei CHP und das zentristische Mehrparteien-Wahlbündnis Millet İttifakı anführt. Dies geht aus Umfragen hervor, die zwei Monate vor den Präsidentschaftswahlen am 14. Mai veröffentlicht wurden.

Kılıçdaroğlu liegt derzeit mit rund 56 Prozent der Stimmen in Führung, während Erdoğan mit nur 44 Prozent im Rückstand liegt, so der Umfragedurchschnitt von Europe Elects.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, würde Kılıçdaroğlu als Sieger hervorgehen und Erdoğan ablösen, der 2017 die Amtszeit des Präsidenten auf fünf statt der bisherigen vier Jahre verlängert hat.

Die türkischen Präsidentschaftswahlen werden, zeitgleich zu den Parlamentswahlen, am 14. Mai 2023 stattfinden.

Auf Parteiebene liegt Kılıçdaroğlus Bündnis Millet İttifakı mit rund 44 Prozent ebenfalls in Führung, während das Cumhur-Bündnis, das von Erdoğans rechtsgerichteter AKP angeführt wird, auf rund 38 Prozent kommt.

Das Linksbündnis unter Führung der Mitte-Links-Partei HDP liegt bei etwa 11-12 Prozent.

Trotz dieser vielversprechenden Umfragewerte für die Opposition gibt es Bedenken hinsichtlich der demokratischen Bilanz der Türkei und der Frage, ob Erdoğan im Falle einer Wahlniederlage bereit sein wird, seine Macht aufzugeben.

Seine Regierung sah sich in den letzten Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert, die demokratischen Standards auszuhöhlen. Kritiker warfen ihm vor, die Macht zu konsolidieren und hart gegen die politische Opposition vorzugehen.

Da die Wahl näher rückt, werden viele in der Türkei und weltweit genau beobachten, wie sich die Ergebnisse entwickeln und welche Auswirkungen sie auf die Zukunft der Demokratie in dem Land haben könnten.