Türkische Solarfirma expandiert nach Bayern

Wenn es um die Wirtschaft geht, verstehen sich Bayern und Türken bestens. In die Türkei exportiert der Freistaat mehr als nach Indien oder Brasilien. Nun zieht es die türkische Solarfirma Solimpeks nach München, die Bayern zieht es nach Istanbul.

Wandel durch Handel? Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (R) besuchte auf seiner Türkeireise im März auch einen Bazar. Foto: dpa.
Wandel durch Handel? Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (R) besuchte auf seiner Türkeireise im März auch einen Bazar. Foto: dpa.

Wenn es um die Wirtschaft geht, verstehen sich Bayern und Türken bestens. In die Türkei exportiert der Freistaat mehr als nach Indien oder Brasilien. Nun zieht es die türkische Solarfirma Solimpeks nach München, die Bayern zieht es nach Istanbul.

Ungeachtet der Umstimmigkeiten über den EU-Beitritt der Türkei werden die bayerisch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen enger. Der führende türkische Hersteller von Solarkollektoren, Solimpeks Solar Energy, eröffnet seine erste ausländische Niederlassung in München. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil begrüßt die Entscheidung als "besonders erfreuliches Signal". Die Türkei gehört zu Bayerns 20 wichtigsten Handelspartnern weltweit – vor Ländern wie Indien, Kanada oder Brasilien. Im Jahr 2008 betrug das Handelsvolumen fast 4 Milliarden Euro.

Im März hat der Freistaat eine neue Vertretung in der Türkei eröffnet. "Mit dem bayerischen Repräsentanzbüro in der Wirtschaftsmetropole Istanbul wollen wir das enorme Wachstumspotenzial am Bosporus und in anderen Landesteilen der Türkei für die bayerische Wirtschaft weiter erschließen", erklärte Martin Zeil. "Die Türkei bietet nicht nur ein großes Binnenpotenzial, durch ihre Lage zwischen Europa und dem Nahen und Mittleren Osten ist sie auch strategisch für bayerische Unternehmen sehr attraktiv.“

Zunächst plant die türkische Solimpeks ein Vertriebsbüro in München. Längerfristig will das Unternehmen in Bayern auch Forschung und Entwicklung betreiben. "Wir entschieden uns für Bayern, weil Bayern und Baden-Württemberg fast die Hälfte des deutschen Marktes für solarthermische Anlagen ausmachen", erklärte Johannes Hoek, Mitglied des Vorstands der Solimpeks. Zudem sei die Lage strategisch günstig. "Es ist von hier aus sehr einfach, Italien, Österreich und die Schweiz zu erreichen". Solimpeks beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und exportiert in 60 Länder.

awr