Verbraucher verlieren Vertrauen in die EZB und erwarten Rezession
Die Verbraucher in der Eurozone befürchten einen Wirtschaftsrückgang und hohe Inflationsraten, die ihr Einkommen im nächsten Jahr weiter schmälern werden, wie eine Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag ergab.
Die Verbraucher in der Eurozone befürchten einen Wirtschaftsrückgang und hohe Inflationsraten, die ihr Einkommen im nächsten Jahr weiter schmälern werden, wie eine Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag ergab.
Die am Donnerstag zum ersten Mal veröffentlichte Verbrauchererwartungsumfrage, die von den politischen Entscheidungsträgern bei ihren Beratungen berücksichtigt wird, zeigt, dass die Haushalte allmählich das Vertrauen in die EZB verlieren, dass sie die Inflation auf ihr Zwei-Prozent-Ziel zurückführen kann.
Die im Juni durchgeführte Umfrage ergab, dass der Median der Verbraucher im nächsten Jahr mit einem Preisanstieg von 5 Prozent rechnet und in drei Jahren eine Inflation von 2,8 Prozent erwartet.
Demgegenüber stehen die Erwartungen, dass das nominale Einkommen um 0,9 Prozent und die Ausgaben um 3,9 Prozent steigen werden, was eine starke Beeinträchtigung der Sparfähigkeit der Haushalte zur Folge haben dürfte.
Die Verbraucher gingen außerdem davon aus, dass die Wirtschaft in den kommenden 12 Monaten um 1,3 Prozent schrumpfen wird.
Im Vergleich dazu erwartet die EZB, dass die Inflation im Jahr 2022 durchschnittlich 6,8 Prozent betragen wird, bevor sie 2023 auf 3,5 und 2024 auf 2,1 Prozent fällt. Ihre Wachstumsprognose liegt bei 3,7 Prozent in diesem Jahr, 2,8 im nächsten Jahr und 1,6 Prozent im Jahr 2024.
Die EZB hat die Zinsen im vergangenen Monat um 50 Basispunkte angehoben und stellte für die kommenden Monate weitere Zinserhöhungen in Aussicht. Damit soll die hohe Inflation in der Eurozone bekämpft werden, die im vergangenen Monat bei 8,9 Prozent lag.
Die gemeinsame Währungsbehörde führte die „Verankerung der Inflationserwartungen“ als einen der Gründe für diesen Schritt an.
Für diese Studie befragt die EZB jeden Monat etwa 14.000 Erwachsene aus Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und den Niederlanden. Auf diese Länder entfallen 85 Prozent des BIP der Eurozone und 83,8 Prozent der Bevölkerung.