Vorbild Orbán: Italien blickt nach Ungarn, um Geburtenkrise zu lösen
Italien wird sich an Ungarn orientieren, um seine niedrige Geburtenrate zu erhöhen, sagte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Donnerstag (14. September) auf dem Budapester Demokratiegipfel.
Italien wird sich an Ungarn orientieren, um seine niedrige Geburtenrate zu erhöhen, sagte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Donnerstag (14. September) auf dem Budapester Demokratiegipfel.
Der Budapester Demografiegipfel, der bereits zum fünften Mal stattfindet, ist ein Treffen von Staatsoberhäuptern, Geistlichen und Wissenschaftlern, die sich vor allem über die wachsende negative Geburtenrate auf dem europäischen Kontinent Sorgen machen. Dies ist für Meloni von besonderem Interesse, da Italien im vergangenen Jahr mit nur 393.000 Neugeborenen einen Negativrekord bei der Geburtenrate verzeichnete.
„Die Wirtschaftskrise beeinflusst das Bevölkerungswachstum“, sagte Meloni auf dem Gipfel am Donnerstag. „Die Familie steht im Mittelpunkt der Politik der italienischen Regierung, deren Hauptziel darin besteht, einen tiefgreifenden kulturellen Wandel einzuleiten“, führte sie aus.
Dort traf sie mit auch ihrem politischen Verbündeten und ungarischen Amtskollegen Viktor Orbán zusammen.
Orbán stimmte Meloni zu und gratulierte ihrer Regierungskoalition zudem zu ihren Erfolgen: „Hier in Budapest hätte man nie geglaubt, dass Italien eine patriotische und familienfreundliche Regierung haben würde“, sagte er.
„Unseren Brüdern in Italien sagen wir: Macht weiter, Leute!“, so Orbán weiter.
Ungarns Politik „perfektes Beispiel“
Das ungarische Modell der Bevölkerungspolitik, das von der ungarischen Regierung seit 2010 umgesetzt wird, wurde sowohl von Meloni als auch vom Papst als „perfektes Beispiel“ für die Lösung des Geburtenrückgangs durch Investitionen gelobt.
Es zielt darauf ab, die sinkende Geburtenrate durch finanzielle Anreize für Familien und eine verstärkte Unterstützung für frühkindliche Bildung zu bekämpfen. Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Förderung traditioneller Familienwerte werden ebenfalls unterstützt.
Dem ungarischen Modell der Bevölkerungspolitik wird ein gewisser Erfolg bei der Umkehrung der rückläufigen Geburtenrate zugeschrieben. Die Geburtenrate ist von 1,21 im Jahr 2010 auf 1,56 Kinder pro Frau im Jahr 2022 gestiegen. Allerdings wurde das Modell auch als diskriminierend gegenüber Alleinerziehenden und gleichgeschlechtlichen Paaren kritisiert.
In Italien wurden die Ideen der Regierung zur Erhöhung der Geburtenrate jedoch noch nicht in die Tat umgesetzt, und die Zahl der Geburten geht weiter zurück.
„Wir müssen Ressourcen mobilisieren, um die Familie so zu unterstützen, wie sie ist“, so Meloni.
„In Ungarn wurde der rückläufige Trend bei den Geburtenraten gestoppt, die Zahl der Arbeitsplätze hat zugenommen, und auch die Beschäftigung von Frauen ist gestiegen. Es bedarf eines großen Kampfes, um die Familien, Gott und all das zu verteidigen, was unsere Zivilisation ausmacht“, sagte sie weiter.
Laut einem Bericht von FragilItalia, der von Area Studi Legacoop und Ipsos erstellt wurde, sind 74 Prozent der Italiener der Meinung, dass die derzeitige Geburtenrate ein Problem ist, das dringend angegangen werden muss.
59 Prozent aller Italiener machten die schwierige wirtschaftliche Lage ihres Landes an der mangelnden öffentlichen Unterstützung für die Kindererziehung fest.