Weltwirtschaftsforum in Davos: Nein zu kostenlosen Zugtickets, ja zu Privatjets
Das Weltwirtschaftsforum entschädigt die politischen, wirtschaftlichen, akademischen und prominente Eliten, die nächste Woche mit der emissionsarmen Bahn zum Gipfel in Davos anreisen, für ihre Kosten - doch die Delegierten scheinen lieber mit ihren Privatjets in die Schweiz zu fliegen.
Das Weltwirtschaftsforum entschädigt die politischen, wirtschaftlichen, akademischen und prominente Eliten, die nächste Woche mit der emissionsarmen Bahn zum Gipfel in Davos anreisen, für ihre Kosten – doch die Delegierten scheinen lieber mit ihren Privatjets in die Schweiz zu fliegen.
Transport ist die Hauptemissionsquelle des jährlichen Gipfeltreffens in Davos, bei dem Führungskräfte aus verschiedensten Bereichen zusammentreffen, um die dringendsten globalen Probleme zu besprechen.
Die Delegierten mögen zwar mit der Rettung der Welt beschäftigt sein, doch scheint der Klimawandel sie nicht allzu sehr zu belasten. Der europäische Dachverband für sauberen Verkehr und Energie (Transport and Environment; T&E) gibt an, dass ein Großteil der Transportemissionen in Davos nächste Woche von Privatjets verursacht werden.
In diesem Jahr bietet das Weltwirtschaftsforum eine 100-prozentige Erstattung für diejenigen an, die von innerhalb Europas in die Schweiz anreisen. Laut der Nichtregierungsorganisation T&E scheinen Privatjets trotzdem das bevorzugte Transportmittel der Delegierten zu bleiben. Wie im Jahr 2023, als 660 Privatjetflüge gezählt wurden.
Die multinationalen Unternehmen Saint-Gobain und KPMG bestätigten auf Anfrage im Rahmen der „Travel Smart“-Kampagne, dass sie mit kommerziellen Fluggesellschaften oder dem Zug zum Weltwirtschaftsforum reisen würden.
„Wieder einmal scheinen viele von ihnen [Delegierten] so erpicht wie eh und je darauf zu sein, mit einem Privatjet anzureisen“, kommentiert Kampagnenleiterin Denise Auclair die Ergebnisse gegenüber Euractiv. „Privatjets können bis zu 50-mal so viele Emissionen verursachen wie Hochgeschwindigkeitszüge.“
Ein von Berlin anreisender Delegierter könnte 99 Prozent der Emissionen vermeiden, indem er den Zug anstelle eines Privatjets nimmt, heißt es in einer neuen Analyse von T&E.
Ein Delegierter aus New York, der sich für einen kommerziellen Flug statt für einen Privatjet entscheidet, würde seine Emissionen um 87 Prozent senken.
Das Weltwirtschaftsforum erklärt, dass die Delegierten während des Gipfeltreffens im verschneiten Davos „ermutigt werden, zu Fuß zu gehen“, und dass sie mit anständigem Winterschuhwerk ausgestattet würden. Aber das reicht möglicherweise nicht aus, um ihren CO2-Fußabdruck auszugleichen.
[Bearbeitet von Donagh Cagney/Martina Monti/Victoria Becker]