Wie 'grün' ist die Fußball-WM 2006 wirklich? [DE]

Zehn Tage vor dem Eröffnungsspiel haben Brüsseler Akteure das Umweltkonzept der FIFA für die Fußball-Weltmeisterschaft, "Green Goal", begrüßt. Doch Umweltschützer melden Zweifel an.

Zehn Tage vor dem Eröffnungsspiel haben Brüsseler Akteure das Umweltkonzept der FIFA für die Fußball-Weltmeisterschaft, „Green Goal“, begrüßt. Doch Umweltschützer melden Zweifel an.

Mit der Initiative „Green Goal“ haben sich die Verhandlungspartner, unter anderem das UN-Umweltprogramm (UNEP), die Organisatoren der Weltmeisterschaft 2006 und die Deutsche Bundesregierung, das Ziel gesetzt, die ersten umweltfreundlichen Fußball-Weltmeisterschaften zu veranstalten.  Hiermit folgen sie dem Trend, große Sportereignisse zu „vergrünen“ (s. EURACTIV, 
13. Januar 2006
).

Am 29. Mai hatte PlasticsEurope – der Branchenverband der europäischen Kunststofferzeuger – eine „klimaneutrale“ Sponsorenfeier organisiert, die das Bewusstsein der europäischen Interessensvertreter für diese Initiative stärken sollte.  

Mit „Green Goal“ werden quantitative Umweltschutzziele in den Bereichen Abfall, Verkehr, Energie und Wasser festgelegt.  Ziel des Projektes ist es, die Klimafreundlichkeit des Turniers sicherzustellen, indem $ 1,3 Millionen in Umweltschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern investiert werden, wodurch der geschätzte CO2-Ausstoß von 100.000 t während der Weltmeisterschaft ausgeglichen  werden soll.

Trotz der guten Absichten seitens der Veranstalter,  sind Umweltschützer der Ansicht, dass „Green Goal“ nicht die  Erwartungen erfüllen wird.  

Der ehemalige Leiter des UNEP und jetzige Botschafter von „Green Goal“, Klaus Töpfer, gab selbst zu, dass die Klimaneutralität der Fußball-Weltmeisterschaft nur für Deutschland  gelte.  Daher würde es von dem Engagement anderer Länder abhängen, ebenfalls Gegenmaßnahmen im Namen ihrer eigenen Delegation zu ergreifen, wie beispielsweise Brasilien (dessen Team überwiegend mit Zügen zu den Spielen anreisen wird) oder Costa Rica (welches die durch die Flüge seiner Mannschaft verursachten Umweltschäden durch Investitionen in die Regenwälder ausgleichen möchte).

Diesbezüglich sagte Sven Teske von Greenpeace, dass es von Deutschland halbherzig gewesen sei, die durch Flüge verursachten Ozonschäden nicht mit in die Berechnungen einzubeziehen.  Die Flüge werden zwei bis dreimal so hohe Schäden verursachen, als Deutschland mit seinen geschätzten 100.000 t CO2-Emissionen veranschlagt habe, sagte er der Financial Times und Business Standard.

Wie dem auch sei, Töpfer sieht in der Initiative „Green Goal“ einen Neuanfang in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft, welcher den zukünftigen Gastgeberländern als Beispiel dienen sollte.