Wirtschaft in der Krise, aber erwartungsfroh

Die europäische Wirtschaft steckt in der Krise fest. Die Industrieproduktion im Euroraum ging im Juni um 0,6 Prozent zurück. Damit ist der leichte Aufwärtstrend vom Mai schon wieder beendet. Deutschland hält sich im Monatsvergleich auf niedrigem Niveau, im Jahresvergleich ist die Industrieproduktion dagegen um 19,3 Prozent eingebrochen. Was bleibt, ist das Prinzip Hoffnung: Der ifo Wirtschaftsklima-Indikator ist in Europa deutlich gestiegen.

Die europäische Wirtschaft steckt in der Krise. Die Erwartungen sind aber sprunghaft gestiegen. Foto: dpa
Die europäische Wirtschaft steckt in der Krise. Die Erwartungen sind aber sprunghaft gestiegen. Foto: dpa

Die europäische Wirtschaft steckt in der Krise fest. Die Industrieproduktion im Euroraum ging im Juni um 0,6 Prozent zurück. Damit ist der leichte Aufwärtstrend vom Mai schon wieder beendet. Deutschland hält sich im Monatsvergleich auf niedrigem Niveau, im Jahresvergleich ist die Industrieproduktion dagegen um 19,3 Prozent eingebrochen. Was bleibt, ist das Prinzip Hoffnung: Der ifo Wirtschaftsklima-Indikator ist in Europa deutlich gestiegen.

Die europäische Industrie steckt weiter in der Rezession fest. Die Industrieproduktion in der Eurozone ist im Juni um 0,6 Prozent gesunken, EU-weit um 0,2 Prozent. Noch im Mai stand erstmals seit Ausbruch der Krise EU-weit eine schwarze Null und in der Eurozone sogar ein Plus von 0,6 Prozent. Die entsprechenden Zahlen veröffentlichte das europäische Statistikamt Eurostat am 12. August 2009.

Die deutsche Industrieproduktion, die von April zu Mai noch um 4,8 Prozent zugelegt hatte, blieb im Juni im Vergleich zum Mai unverändert. Im Jahresvergleich sieht die Situation dagegen katastrophal aus: Deutschlands Industrieproduktion brach um 19,3 Prozent ein. Unterboten werden diese Zahlen EU-weit von Estland (-30,1%), Slowenien (-22,2%), Italien (-21,9%), Finnland (-20,3%) und Bulgarien (-19,9%).

Wirtschaft hofft auf bessere Zeiten

Trotz der miesen Zahlen aus der europäischen Realwirtschaft wächst die Hoffnung auf ein Ende der Krise. Dank deutlich optimistischerer Zukunftserwartungen stieg der Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum im dritten Quartal von 55,1 auf 63,6 Punkte, wie das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am 12. August in München mitteilte. "Die Urteile zur gegenwärtigen Wirtschaftslage blieben dagegen nahezu unverändert auf einem historischen Tiefstand", erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Das Wirtschaftsklima für den Euroraum wird viermal im Jahr durch die Befragung von volkswirtschaftlichen Experten aus multinationalen Unternehmen und internationalen Institutionen ermittelt.

"Die aktuelle Wirtschaftslage wird derzeit in fast allen Ländern des Euroraums nach wie vor als ausgesprochen ungünstig beurteilt. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich jedoch im Euroraum aufgehellt", heißt es in den Vorab-Ergebnissen des Ifo World Economic Survey (WES) vom 3. Quartal 2009.

Insbesondere in Deutschland, Österreich, Frankreich und den Niederlanden rechnen die WES-Experten nun mit einer deutlichen Verbesserung. Weiterhin pessimistisch sieht die Zukunft dagegen für Irland und Griechenland aus, meinen die WES-Experten.

Für den Euroraum sprang der Erwartungsindex von 76,0 auf 93,0 Punkte und steht damit auf dem höchsten Stand seit drei Jahren.

Mit ihren Inflationserwartungen liegen die Experten mit 0,7 Prozent im Jahresdurchschnitt deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Die Mehrheit der Experten geht zudem davon aus, dass die Leitzinsen im kommenden halben Jahr stabil bleiben.

mka