Zufriedenheit der Österreicher mit ihrer Demokratie bleibt gering

Nur 61 Prozent der Österreicher:innen finden laut einer neuen Umfrage, dass die Demokratie sehr gut oder eher gut funktioniert. Der Wunsch der Bevölkerung nach strukturellen Reformen hat sich aus Sicht von Forscher:innen verfestigt.

Euractiv.de
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Das Ergebnis der vom Austrian Democracy Lab (ADL) veröffentlichten Demokratieradar-Studie ist nur unwesentlich besser als im Herbst 2020, als sich 60 Prozent zufrieden zeigten. [Shutterstock/Day Of Victory Studio]

Nur 61 Prozent der Österreicher:innen finden laut einer neuen Umfrage, dass die Demokratie sehr gut oder eher gut funktioniert. Der Wunsch der Bevölkerung nach strukturellen Reformen hat sich aus Sicht von Forscher:innen verfestigt.

Das Ergebnis der vom Austrian Democracy Lab (ADL) veröffentlichten Demokratieradar-Studie ist nur unwesentlich besser als im Herbst 2020, als sich 60 Prozent zufrieden zeigten.

Seit Anfang 2018 analysiert das ADL, das von der Universität Graz und der Universität für Weiterbildung Krems betrieben wird, den Zustand der Demokratie in Österreich. Für den Demokratie-Radar werden zweimal im Jahr rund 4.500 Personen ab 14 Jahren befragt.

„Viele sind unzufrieden mit der Art und Weise, wie die Demokratie in Österreich gelebt wird“, so die Projektleiterin Katrin Praprotnik von der Universität Graz am Montag in einer Presseaussendung der ADL.

Der Wunsch nach struktureller Erneuerung habe sich verfestigt, ergänzte die ADL-Projektleiterin Christina Hainzl von der Universität für Weiterbildung Krems.

Trotz der Probleme halten aber 87 Prozent der Befragten die Demokratie für besser als jede andere Staatsform.

Während es bei der Zufriedenheit keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, unterscheiden sich die Einschätzungen in den einzelnen Altersgruppen und je nach politischer Gesinnung: Ältere Menschen über 60 sind deutlich zufriedener als jüngere zwischen 30 und 44 Jahren, und Personen, die der rechten Partei FPÖ oder einer nicht im Nationalrat vertretenen Partei nahe stehen, sind weniger zufrieden.

Die Zufriedenheit der Österreicher:innen scheint ähnlich hoch zu sein wie die Zufriedenheit der EU-Bürger mit dem Zustand der Demokratie in der EU.

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung und der König-Baudouin-Stiftung aus dem letzten Jahr ergab, dass nur 60 Prozent der 27 Mitgliedsstaaten zufrieden sind, wobei Deutschland (70 Prozent) und die Niederlande (74 Prozent) am oberen Ende und Spanien (46 Prozent) und Italien (50 Prozent) am unteren Ende der Skala liegen.

Was die Zufriedenheit mit dem eigenen Land betrifft, so liegt Polen mit 35 Prozent an letzter Stelle, während der Durchschnitt der Mitgliedstaaten bei 54 Prozent liegt.