Bericht: Finnland wollte in Afghanistan außenpolitische Pluspunkte sammeln

Finnlands weitreichender Beitrag zur Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF) in Afghanistan und die beträchtliche humanitäre Hilfe für das Land dienten der Vertiefung der Beziehungen zu USA, NATO und anderen internationalen Partnern, wie eine Untersuchung des Finnish Institute of International Affairs (FIIA) ergab.

Euractiv.com
Swedish PRT Change of Command
"Finnlands Beteiligung war in erster Linie von dem Wunsch geleitet, seine außen- und sicherheitspolitischen Beziehungen zu den USA und anderen internationalen Partnern aufrechtzuerhalten und zu stärken, sowie von dem Bemühen, seine Zusammenarbeit mit der NATO zu vertiefen", so der Bericht weiter. [EPA/MIRWICE SAHEL]

Finnlands weitreichender Beitrag zur Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF) in Afghanistan und die beträchtliche humanitäre Hilfe für das Land dienten der Vertiefung der Beziehungen zu USA, NATO und anderen internationalen Partnern, wie eine Untersuchung des Finnish Institute of International Affairs (FIIA) ergab.

20 Jahre lang stellte Finnland rund 2500 Soldat:innen und 140 zivile Expert:innen für Krisenmanagement für die ISAF zur Verfügung und stellte 400 Millionen Euro an Mitteln für die Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe für Afghanistan bereit, was das Land zum größten Empfänger finnischer Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre machte.

All dies geschah laut dem Bericht, der sich auf Interviews mit Beteiligten stützt, weil Finnland international als „Partner“ angesehen werden wollte.

„Finnlands Beteiligung war in erster Linie von dem Wunsch geleitet, seine außen- und sicherheitspolitischen Beziehungen zu den USA und anderen internationalen Partnern aufrechtzuerhalten und zu stärken, sowie von dem Bemühen, seine Zusammenarbeit mit der NATO zu vertiefen“, so der Bericht weiter.

Finnlands bot großzügige Hilfe an, um Afghanistan Stabilität zu bringen, den internationalen Frieden und die Sicherheit zu stärken, die Entwicklung einer guten Regierungsführung und der Rechtsstaatlichkeit zu unterstützen und die Rechte von Frauen und Mädchen zu fördern. In Regierungsberichten und anderen öffentlichen Dokumenten wurde Finnland sogar als „Wohltäter“ dargestellt.

Doch Finnland hat aus Ansicht des Instituts seine ursprüngliche Strategie letztlich nicht erfüllt, die nicht klar und transparent genug gewesen sei.

Dennoch: „Finnlands Engagement kam seinen transatlantischen Beziehungen, der nordischen Zusammenarbeit und seiner Position in der internationalen Gemeinschaft zugute. Neben der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich hat Finnland auch seine nationalen Kapazitäten ausgebaut und sein Profil im Rahmen des zivilen Krisenmanagements der EU geschärft“, heißt es in dem Bericht.