Britischer Außenminister Hague tritt zurück
Der britische Außenminister William Hague ist am späten Montagabend überraschend zurückgetreten.
Der britische Außenminister William Hague ist am späten Montagabend überraschend zurückgetreten.
Er gebe das Amt nach vier Jahren auf, um Vorsitzender des Unterhauses zu werden, teilte William Hague am gestrigen Montagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Erneuerung in der Politik ist gut, und ein Amt innezuhaben ist kein Selbstzweck“, erklärte der 53-Jährige.
In seiner neuen Rolle wird Hague die Regierungspolitik im Unterhaus organisieren, als Vorsitzender des House of Commons hat er den Rang eines Ministers.
Als Nachfolger im Außenministerium wurde in den Medien der gegenwärtige Verteidigungsminister Philip Hammond gehandelt. Sollte sich das bewahrheiten, wäre das ein starkes Signal an die Partner Großbritanniens in der Europäischen Union. Hammond ist ein EU-Kritiker und hatte gesagt, er wäre für einen Austritt seines Landes aus der EU, sollte es Premierminister David Cameron nicht gelingen, bessere Bedingungen für Großbritannien auszuhandeln.
Hague gilt als enger Vertrauter Camerons. Er zolle dem scheidenden Außenminister „enorme Achtung“, sagte der Regierungschef und Vorsitzende der Konservativen Partei. Hague bleibe sein politischer De-facto-Stellvertreter und werde im Wahlkampf vor der Parlamentswahl im Mai eine wichtige Rolle spielen.
Hagues Rücktritt ist Teil einer umfassenden Kabinettsumbildung, die Cameron vermutlich am Dienstag bekanntgeben wird. Sein Büro teilte mit, Cameron habe zudem den Rücktritt von sieben Regierungsmitgliedern angenommen, darunter den des 74-jährigen Kenneth Clarke, eines Ministers ohne Geschäftsbereich und Befürworters der EU-Mitgliedschaft Großbritanniens.
Mit der Kabinettsumbildung will Cameron auch bei den Wählern punkten. Die Regierung soll jünger werden, und es sollen ihr mehr Frauen angehören. Die oppositionelle Labour Party, die laut Umfragen drei bis sieben Prozentpunkte vor den Konservativen liegt, hat Cameron wiederholt vorgeworfen, er habe „ein Frauenproblem“.