Bulgarien: Imker beklagen Einsatz verbotener Pestizide

Imker:innen aus Nordostbulgarien haben sich an die zuständigen Behörden gewandt, nachdem bekannt wurde, dass in der dortigen Landwirtschaft teils Pestizide genutzt wurden, deren Einsatz in der EU verboten ist.

EURACTIV.bg
Beekeeper,With,Honeycombs,In,Hands.,Bulgaria,,Pleven
Beekeeper,With,Honeycombs,In,Hands.,Bulgaria,,Pleven [Shutterstock/Deyan Georgiev]

Imker:innen aus Nordostbulgarien haben sich an die zuständigen Behörden gewandt, nachdem bekannt wurde, dass in der dortigen Landwirtschaft teils Pestizide genutzt wurden, deren Einsatz in der EU verboten ist.

Während einer Pressekonferenz am Dienstag (10. Januar) erklärte Yasen Yanev, der Vorsitzende des bulgarischen Verbands Freier Bienenzüchter, dass der Verband die zuständigen Ministerien warnen werde und bereit sei, die Angelegenheit an die Europäische Kommission und die EU-Staatsanwaltschaft weiterzuleiten.

Dem Verband liegen nach Angaben Yanevs Proben vor, in denen über 20 Pestizide nachgewiesen wurden. Bei der Hälfte handelte es sich um Mittel, deren Einsatz in der EU nicht erlaubt ist.

Die Proben hatte der Verband auf Feldern genommen und an ausländische Labors geschickt.

„Wir fragen nach dem Einsatz von Pestiziden, obwohl wir die Antwort bereits kennen“, sagte Yanev und fügte hinzu, sein Verband wolle wissen, ob der Einsatz von Pestiziden sanktioniert worden sei.

Der Imker Petar Petrov aus Tervel erklärte, dass in der Region die Sterblichkeit von Honiginsekten extrem hoch sei.

„Viele Leute haben das Geschäft aufgegeben und verkaufen weiter, der Sektor bricht zusammen“, sagte Petrov.

Auf die Frage, was die Ursache für das Sterben der Tiere sei, konnten die Imker:innen keine Antwort geben, merkten aber an, dass sie von den verschiedenen mit dem Problem befassten staatlichen Einrichtungen keine angemessene Antwort erhalten hätten.

Bürger:innen aus kleinen Gemeinden im Nordosten Bulgariens haben wiederholt über die Verwendung verbotener Pflanzenschutzmittel berichtet, doch das Problem wurde bisher nicht gelöst. Nordostbulgarien, das zu der riesigen historischen Region Dobrudja gehört, ist eines der fruchtbarsten Gebiete auf der Balkanhalbinsel, das traditionell für den Getreideanbau genutzt wird.

Die Imker:innen fordern auch, die Regierung solle prüfen, ob es Kartelle gibt, die die Einkaufspreise für bulgarischen Honig absichtlich auf dem niedrigsten Niveau in der EU halten. „Es gibt Geld für den Bienensektor in Bulgarien, aber es kommt nicht bei den Erzeugern an“, sagte Yanev.

Sollte der Präsident nicht innerhalb eines Monats auf das Schreiben reagieren, seien die Hersteller bereit, zu protestieren.