Bulgarien: Moskaus Propaganda macht Stimmung gegen ukrainisches Getreide
Der Streit um die Einfuhr ukrainischen Getreides nach Bulgarien ist nach Ansicht von Verkehrsminister Todor Gvozdeykov durch russische Propaganda entstanden. Bulgarische Getreideproduzenten protestierten am Montag für ein Importverbot.
Der Streit um die Einfuhr ukrainischen Getreides nach Bulgarien ist nach Ansicht von Verkehrsminister Todor Gvozdeykov durch russische Propaganda entstanden. Bulgarische Getreideproduzenten protestierten am Montag für ein Importverbot.
Gvozdeykov bekräftigte, dass es eine Entscheidung der EU-Kommission und des bulgarischen Parlaments gebe, ukrainische Importe zuzulassen.
„Als die Importe im Jahr 2022 erlaubt wurden, haben die bulgarischen Getreideproduzenten einen Gewinn von mehr als 1,25 Milliarden Euro gemacht. Im Jahr 2021 ist der Gewinn geringer, aber dieser Protest hat jetzt ein politisches Ziel. Sie versuchen, die klare (pro-europäische) Ausrichtung Bulgariens zu destabilisieren“, so Gvozdeykov gegenüber bTV.
„Bulgarien hat nichts zu verlieren. Wir bieten einen Korridor der Solidarität, einen Hafen, durch den Getreide aus der Ukraine exportiert werden kann. Und Bulgarien wird davon profitieren“, fügte der Minister hinzu.
In den sozialen Netzwerken war zuvor eine große angelegte Desinformationskampagne aufgetaucht, die sich gegen die ukrainische Agrarproduktion in Bulgarien richtete.
Die am weitesten verbreitete Falschmeldung besagte, dass ukrainische Lebensmittel mit Schwermetallen und sogar Uran verseucht seien.
Die bulgarischen Behörden haben Hunderte von Inspektionen ukrainischen Getreides und ukrainischer Lebensmittel durchgeführt, konnten aber nichts dergleichen feststellen, wie auch die bulgarische Agentur für Lebensmittelsicherheit erneut bestätigte.
Die Lebensmittelagentur teilte mit, dass die Kontrollen verstärkt werden und von jeder Lieferung aus der Ukraine eine Probe genommen wird. Bislang wurden 575 Proben ukrainischer Erzeugnisse entnommen, und es wurde keine einzige Abweichung von den Sicherheitsnormen festgestellt.
Ministerpräsident Nikolaj Denkow erklärte am Sonntagabend, dass es kein wirkliches Problem mit ukrainischen Agrarimporten gebe, da Bulgarien das Recht habe, selbst zu bestimmen, welche Mengen es annehmen wolle.
Auslöser für den Protest der Getreideerzeuger sind die sinkenden Preise für Sonnenblumenkerne auf den Weltmärkten. Sie bestehen darauf, dass die örtlichen Verarbeitungsbetriebe ihre Erzeugnisse zu Preisen kaufen, die 15 bis 20 Prozent über dem Marktwert liegen.