Bulgarische Geheimdienste: Russland bezahlt Prominente für Propaganda-Arbeit
Die bulgarischen Geheimdienste verfügen über Daten, die zeigen, dass Russland monatlich etwa 2.000 Euro (4.000 BGN) an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Journalist:innen und Politiker:innen zahlt, um seine Propaganda im Land zu verbreiten.
Die bulgarischen Geheimdienste verfügen über Daten, die zeigen, dass Russland monatlich etwa 2.000 Euro (4.000 BGN) an bulgarische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Journalist:innen und Politiker:innen zahlt, um seine Propaganda im Land zu verbreiten.
Dies sagte die Regierungssprecherin und Leiterin des Büros des Ministerpräsidenten, Lena Borislavova, am Wochenende gegenüber dem Radiosender Darik.
Die Regierung hat zwar ein Misstrauensvotum verloren, wird aber an der Macht bleiben, bis eine neue Regierung gebildet wird oder, falls dies nicht möglich ist, bis der Präsident das Parlament auflöst.
Borislavova erklärte, dass das Geld an bulgarische Politiker:innen, berühmte Journalist:innen, Analyst:innen, Politikwissenschaftler:innen und andere Personen, die in den öffentlichen Medien auftreten, gehe. Sie wurden vom russischen Staat bezahlt, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
„An alle, die kostenlos auf die EU und die NATO spucken und Putins Vorgehen in der Ukraine unterstützen: Sie sollten wissen. Ihr seid verkorkst. Diejenigen, die euch dazu inspirieren, werden bezahlt. Monatlich“, fügte sie hinzu.
Ihrer Meinung nach sind einige Prominente daran interessiert, die Öffentlichkeit zu verwirren und mit Missverständnissen und Ängsten zu spielen. Sie sagte, dass ausländische Interessen, die „als nationales Interesse getarnt“ seien, für ihre Partei „Der Wandel geht weiter“ eine rote Linie darstellen.
Sie kommentierte auch die Forderung der russischen Botschafterin Eleonora Mitrofanova an die bulgarische Regierung, die Ausweisung von 70 Diplomat:innen und Mitarbeiter:innen der russischen Mission in Bulgarien aufzugeben. Die Regierung weigerte sich jedoch, und so reiste das Personal am Sonntag (3. Juli) nach Moskau ab.
Mitrofanova hat angekündigt, dass die Botschaft möglicherweise geschlossen wird. Trotz der Ausweisung befinden sich immer noch mehr als 40 russische Diplomat:innen in Bulgarien.
Borislawowa entgegnete, Russland könne Bulgarien nicht zum Feindesland erklären und ihm trotz der geltenden Verträge einseitig den Gashahn zudrehen, ohne eine starke Reaktion aus Sofia zu erwarten.