Droht ein Schuhkrieg mit China? [DE]
Die Fronten im Streit zwischen der EU und China über Einfuhrzölle für Schuhe verhärten sich - und eine Einigung scheint nicht in Sicht.
Die Fronten im Streit zwischen der EU und China über Einfuhrzölle für Schuhe verhärten sich – und eine Einigung scheint nicht in Sicht.
Nachdem sie bereits im April 2006 Anti-Dumping-Zölle eingeführt hat, um eine Schuhschwemme aus China zu verhindern (siehe Euractiv, 24. März 2006), schlägt die Kommission nun vor, die Einfuhrzölle bis zu einer gewissen Grenze zu senken.
Dieses Vorhaben soll vor allem europäischen Herstellern zugute kommen, die ihre Existenz von Billigwaren aus China und Vietnam bedroht sehen. EU-Kommissar Peter Mandelson will jedoch versuchen, eine Wiederholung der Krise in den Handelsbeziehungen zu China zu verhindern. Im Juni 2005 waren die Einfuhrquoten für chinesische Textilien ausgeschöpft, was dazu führte, dass sich Millionen von Kleidungsstücken in den EU-Zolllagern anhäuften, weil sie nicht eingeführt werden konnten (siehe EURACTIV, 24. August 2005).
Aus EU-Kreise verlautet, das neue System würde den Import von 140 Millionen Paar Schuhe aus China und 80 Millionen aus Vietnam ermöglichen, für die ein Zoll von 12 % bezahlt werden müsste. Sämtliche Schuhimporte, die über diese Mengen hinausgehen, würden mit 23 % für chinesische Schuhe und 29,5 % für vietnamesische belegt werden. Laut Peter Power, Sprecher von Handelskommissar Mandelson, sind jedoch keine Obergrenzen für Schuhimporte geplant.
Die chinesische Regierung hat den Vorschlag jedoch abgelehnt, da er unvereinbar mit Bestimmungen der Welthandelsorganisation sei. Mei, Xinyu, Forscher an der Chinesischen Akademie für internationalen Handel und Wirtschaftszusammenarbeit, einem Think Tank des Handelsministeriums, erklärte, das einzig Vernünftige, was die EU tun müsse, sei, die Anti-Dumping-Zölle abzuschaffen. Chinesische Regierungsvertreter schlossen nicht aus, den Streit vor die WTO zu bringen.
Europäische Einzelhändler und Importeure sind ebenfalls gegen die geplanten Maßnahmen. Ihrer Auffassung nach würden sie bedeuten, dass Kinderschuhe teurer würden, wovon insbesondere ärmere Haushalte betroffen sein würden.