E-Autos: Wachsender Marktanteil Chinas bedroht europäische Hersteller
In China hergestellte Elektrofahrzeuge stellen ein großes Risiko für die europäischen Automobilhersteller dar und könnten sie bis 2030 jährlich 7 Milliarden Euro an entgangenen Gewinnen kosten, so eine neue Studie der Allianz. Deshalb werden nun Stimmen nach politischen Gegenmaßnahmen laut.
In China hergestellte Elektrofahrzeuge stellen ein großes Risiko für die europäischen Automobilhersteller dar und könnten sie bis 2030 jährlich 7 Milliarden Euro an entgangenen Gewinnen kosten, so eine neue Studie der Allianz. Deshalb werden nun Stimmen nach politischen Gegenmaßnahmen laut.
Innerhalb Europas ist die slowakische Wirtschaft am stärksten durch chinesische Autoimporte gefährdet und könnte etwa 0,4 Prozent ihrer Wirtschaftskraft verlieren, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, so die Allianz-Studie.
Die Slowakei produziert die meisten Autos pro Kopf in der EU und ist dem Bericht zufolge das am stärksten gefährdete EU-Mitgliedsland. Zu den anderen gefährdeten Ländern gehören die Tschechische Republik, Deutschland, Schweden und Polen.
Importe von chinesischen Autoherstellern steigen auf dem europäischen Markt für Elektroautos seit mehreren Jahren an, ebenso wie der Anteil chinesischer Marken.
Machten chinesische Elektroautos 2019 noch einen Anteil von weniger als 1 Prozent am europäischen Markt aus, so stieg dieser in der ersten Hälfte des Jahres 2022 auf 5 Prozent. China hat auch viel Geld in die Subventionierung von Autoherstellern und in die Ladeinfrastruktur gesteckt.
Außerdem hat das Land gegenüber seinen europäischen und amerikanischen Konkurrenten einen Wettbewerbsvorteil beim Zugang zu wichtigen Rohstoffen, die für die Batterieproduktion benötigt werden.
„Wenn man sagen könnte, dass China bei der Produktion von Autos mit Verbrennungsmotor nur eine untergeordnete Rolle spielte, ist dies bei Elektroautos nicht mehr der Fall“, so Patrik Križanský, Direktor des slowakischen Verbands für Elektrofahrzeuge (SEVA), gegenüber EURACTIV Slowakei.
Vertreter der Automobilindustrie fordern Maßnahmen auf EU-Ebene, um die europäische Industrie zu schützen.
„Angesichts der strategischen Bedeutung des Automobilsektors für die europäische Wirtschaft könnten sich die politischen Entscheidungsträger um gegenseitige Handelsbedingungen mit China und den USA bemühen und die Einführung von Elektrofahrzeugen durch eine verbesserte Ladeinfrastruktur fördern“, heißt es in der Studie.
„Darüber hinaus könnte die Zulassung chinesischer Investitionen in die lokale Fahrzeugmontage zu einer höheren Wertschöpfung in der Region führen, während die Erhöhung der Selbstversorgung mit Rohstoffen, die für die Batterieherstellung wichtig sind, und Investitionen in Batterietechnologien der nächsten Generation dem europäischen Automobilsektor helfen werden, sich auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten“, heißt es weiter.