Energieeinsparungen für Klimaschutz und Wachstum in der EU unabdingbar [DE]
Die Kluft zwischen dem erwarteten Energiebedarf im Jahr 2020 und dem Anteil erneuerbarerer, nuklearer und fossiler Energieträger könne nur durch massive Energieeinsparungen geschlossen werden. So lautet der Ratschlag eines prominenten Akademikers an den Rat.
Die Kluft zwischen dem erwarteten Energiebedarf im Jahr 2020 und dem Anteil erneuerbarerer, nuklearer und fossiler Energieträger könne nur durch massive Energieeinsparungen geschlossen werden. So lautet der Ratschlag eines prominenten Akademikers an den Rat.
In einer Rede vor dem Wettbewerbsrat am 17. April befasste sich Dr. Ewringmann vom Kölner Seminar für Finanzwissenschaft mit Möglichkeiten, wie die EU ihr Wirtschaftswachstum ankurbeln und ihre Klimaziele für 2020 gleichzeitig erreichen könnte.
„Wie können wir die Befriedigung der in Verbindung mit den angestrebten ‚Lissabon-Wachstumsraten’ entstehenden Energienachfrage sichern, wenn die Nutzung fossiler Treibstoffe gleichzeitig um 20 % fallen muss, damit wir die Post-Kyoto-Ziele erreichen können?“ fragte Ewringmann die Minister des Wettbewerbsrates.
Auf Grundlage der Energieprognosen der OECD erläuterte Ewringmann, dass nur ein Teil des wachsenden Energiebedarfs der EU von erneuerbarer Energie und Kernenergie gedeckt werden könne. Die Energieerzeugung aus diesen beiden Quellen könne bis 2020 bestenfalls um 25 % steigen.
Abhängig von den verschiedenen Szenarien und unter Annahme einer hypothetischen Wachstumsrate von 3,5 % würden die Prognosen der OECD bedeuten, dass bis 2020 ein Loch in der Energieversorgung entsteht, welches 375 bis 500 Megatonnen Öl entsprechen würde.
„Diese riesige Lücke kann nur durch massive Mehrinvestitionen in Energieeffizienz geschlossen werden“, sagte Ewringmann gegenüber den Ministern. Sollte dies nicht geschehen, würde die Lissabon-Agenda mit einer vermeidbaren Kostenbelastung konfrontiert werden.
Die Herausforderung nach Ablauf des ersten Verpflichtungszeitraums des Kyoto-Protokolls „eröffnet viele Möglichkeiten für die Unterstützung des Lissabon-Prozesses“. „Wenn Europa auf eine Ausweitung erneuerbarer Energie drängt…..und wenn die Energieeffizienz gleichzeitig gestärkt würde, dann wird die Forderung nach Klimaschutz auch die Bestätigung des Lissabon-Prozesses zur Folge haben“, versicherte er.
Laut Ewringmann könne in privaten Haushalten, in Gebäuden und im Verkehrssektor eine besonders große Erhöhung der Energieeffizienz erreicht werden.