"Energiesektor im Zentrum des Problems"
Der weltweite Energieverbrauch wird erstmals seit 1981 wieder sinken. Die Internationale Energiebehörde (IAE) sieht darin eine einzigartige Chance für den Kampf gegen den Klimawandel. Ob sie genutzt wird, entscheidet sich beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen.
Der weltweite Energieverbrauch wird erstmals seit 1981 wieder sinken. Die Internationale Energiebehörde (IAE) sieht darin eine einzigartige Chance für den Kampf gegen den Klimawandel. Ob sie genutzt wird, entscheidet sich beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen.
Die Energieherausforderungen der Zukunft seien "wesentlich größer als vielen Menschen bewusst" sei, warnt der
World Energie Outlook 2009. "Als größter Verursacher von Treibhausgasemissionen steht der Energiesektor im Zentrum des Problems und muss folglich auch fester Bestandteil der Lösung sein", heißt es in der heute veröffentlichten Studie der Internationalen Energieagentur (IAE) mit Blick auf den UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen.
Die IAE schreibt, es sei höchste Zeit zu handeln und mit einem Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll "weltweit auf einen wirklich nachhaltigen Energiepfad einzuschwenken".
Energieverbrauch sinkt
Die IAE sieht in der derzeitigen Wirtschaftskrise eine "einzigartige, wenn auch zeitlich begrenzte Chance", den Energiesektor umzustrukturieren und in grüne Technologie zu investieren. Das erste Mal seit 1981 rechnen die Experten in diesem Jahr mit einem nennenswerten Rückgang des weltweiten Energieverbrauchs.
"Die energiebedingten CO2-Emmissionen werden 2009 weitaus geringer sein, als sie es ohne die Rezession gewesen wären. Die Emmissionsreduktion wird jedoch wertlos sein, wenn in Kopenhagen keine solide Vereinbarung erzielt wird", schreiben die IAE-Experten.
EU-Energiepolitik bestätigt
Die EU-Kommission sieht sich durch den World Energy Outlook 2009 bestätigt, "dass die EU mit ihrer Energie- und Klimapolitik Europa in die richtige Richtung lenkt", so Energiekommissar Andris Piebalgs heute bei der Vorstellung der IAE-Studie.
Gefahr durch gekürzte Investitionen
Neben den positiven Effekten der Weltwirtschaftskrise (sinkender Energieverbrauch, sinkende Emmissionen) betonen die IAE-Experten die negativen Folgen für den Energiemarkt der Zukunft. So seien die Energieinvestitionen infolge der Krise regelrecht "eingebrochen". Das habe weitreichende und "potentiell schwerwiegende Konsequenzen in Bezug auf Energieversorgungssicherheit, Klimawandel und Energiearmut".
Wie drastisch die Effekte ausfallen, hänge dabei wesentlich von den staatlichen Eingriffen ab. So lobt die IAE die jüngsten Bemühungen der Regierungen zur Förderung sauberer Energietechnologie im Rahmen ihrer Konjunkturpakete. Zugleich warnt die IAE, dass diese Ansätze bei weitem nicht ausreichten, um Energiekrisen und ihre Folgen zu verhindern.
Wenn die gegenwärtige Energiepolitik der Staaten fortgesetzt werde, habe das "besorgniserregende Konsequenzen für Klimawandel und Versorgungssicherheit".
mka
Dokumente / Download
IAE:
World Energy Outlook (dt. Zussammenfassung, 13. November 2009)
Kommission: Kommentar zum World Energy Outlook 2009 (13. November 2009)
Der französische Plan zum Klimagipfel auf euractiv.fr: Chute de l’aide publique aux pays pauvres dans le plan «Justice-climat» français