EU-Aktionsplan für Biomasse soll Priorität eingeräumt werden [DE]

Der österreichische Ratsvorsitz will die Annahme des von der Kommission vorgeschlagenen Aktionsplans für Biomasse beschleunigen, um für eine raschere Diversifizierung der europäischen Energiequellen zu sorgen.

Der österreichische Ratsvorsitz will die Annahme des von der Kommission vorgeschlagenen Aktionsplans für Biomasse beschleunigen, um für eine raschere Diversifizierung der europäischen Energiequellen zu sorgen.

Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine (siehe EURACTIV, 4. Januar 2006) hat neue Debatten über die Abhängigkeit Europas von Russland und alternative Energiequellen in Gang gesetzt.   

In Deutschland hat die Regierung von Kanzlerin Merkel eine neue Energiestrategie und einen Energiegipfel zwischen Regierung und Energieindustrievertretern (März 2006) angekündigt. Merkel hat betont, dass sie nicht vom Koalitionsvertrag zwischen ihrer Partei (CDU) und den Sozialdemokraten, der einen Ausstieg aus der Atomenergie bis 2021 vorsieht, abrücken werde. Gleichzeitig jedoch fordern Merkel, ihre Partei und Großunternehmen, dass die Stilllegungspläne nochmals überdacht werden. 

Unterdessen dringt der österreichische Ratsvorsitz auf eine rasche Annahme des von der Kommission vorgeschlagenen Aktionsplans für Biomasse, der im Dezember 2005 präsentiert wurde (siehe EURACTIV, 9. Dezember 2005). In einer Pressemeldung vom 8. Januar erklärt der österreichische Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Josef Pröll, dass er den Biomasse-Aktionsplan auf die Tagesordnung des nächsten Treffens des EU-Landwirtschaftsrates am 23. und 24. Januar 2006 setzen wolle. 

Atomkraftwerke seien laut Pröll keine Alternative: „Wir sollten in Europa auf einen klugen und ausgewogenen Energiemix setzen und nicht in neue Mega-Kraftwerke investieren“.