Ex-Präsident Sarkozy führt wieder Frankreichs Konservative

Der französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy ist an die Spitze seiner konservativen Partei UMP zurückgekehrt und könnte so als Kandidat bei der Präsidentenwahl 2017 antreten. Allerdings verpassten ihm die Mitglieder der Oppositionspartei einen Dämpfer.

Euractiv.de
Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat die Wahl zum UMP-Vorsitzenden gewonnen. Foto: dpa
Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat die Wahl zum UMP-Vorsitzenden gewonnen. Foto: dpa

Der französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy ist an die Spitze seiner konservativen Partei UMP zurückgekehrt und könnte so als Kandidat bei der Präsidentenwahl 2017 antreten. Allerdings verpassten ihm die Mitglieder der Oppositionspartei einen Dämpfer.

Mit 64,5 Prozent blieb Nicolas Sarkozy weit hinter früheren Werten. Beobachter hatten gesagt, er müsse wohl mindestens 70 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, um sich die Position als Präsidentschaftskandidat seiner Partei bei der Wahl 2017 zu sichern.

Nachdem Sarkozy 2012 dem sozialistischen Kandidaten Francois Hollande unterlegen war, kehrte der 59-Jährige im September auf die politische Bühne zurück. Hollande kämpft inzwischen in Umfragen mit so niedrigen Werten wie keiner seiner Vorgänger. Gleichzeitig ist die rechtsextreme Partei Front National im Aufwind.

Für Sarkozys Anhänger ist er der einzige Konservative, der die zerstrittene UMP vor der Wahl zusammenbringen kann. Allerdings ist Sarkozy in zahlreiche Justizverfahren verwickelt, die ein Comeback erschweren könnten.

Hoffnung auf die UMP-Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2017 machen sich auch die früheren Premierminister Alain Juppe und Francois Fillon. „Einigkeit meint keine Unterwerfung“, erklärte Fillon nach der Abstimmung. „Ich selbst werde meine Überzeugungen verteidigen.“ Juppe sagte, er werde Sarkozy beim Werben um Wählerstimmen helfen. Er werde sich vor den Vorwahlen der Konservativen zur Bestimmung des Präsidentschaftskandidaten aber nicht schlafen legen.

Zumindest seine Mitbewerber für die Parteispitze ließ Sarkozy bei der Abstimmung für die Parteispitze weit hinter sich. Der ehemalige Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire kam auf rund 29 Prozent der Stimmen und Herve Mariton auf 6,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 58 Prozent. Erstmals war auch eine Abstimmung per Internet möglich. Zuletzt war Sarkozy 2004 zum UMP-Vorsitzenden gewählt worden, damals mit 85 Prozent der Stimmen. Seit der Niederlage gegen Hollande wird die konservative Partei von Krisen erschüttert.