Fachkräftemangel: Luxemburg braucht 270.000 zusätzliche Arbeitskräfte
Nach Schätzungen der Handelskammer wird Luxemburg bis 2030 weitere 270.000 Arbeitskräfte benötigen - eine Zahl, die dem Industriesektor, den Handwerksbetrieben und dem Bankensektor Sorgen bereitet.
Nach Schätzungen der Handelskammer wird Luxemburg bis 2030 weitere 270.000 Arbeitskräfte benötigen – eine Zahl, die dem Industriesektor, den Handwerksbetrieben und dem Bankensektor Sorgen bereitet.
Ausländische Arbeitnehmer machen 70 Prozent der 460.000 luxemburgischen Arbeitnehmer aus, von denen 210.000 täglich die Grenze überqueren, um zu arbeiten.
„Die Großregion ist bereits abgegrast“, schrieb RTL in einem Artikel in Bezug auf die Wallonie in Belgien, Lothringen in Frankreich und das Saarland und Rheinland-Pfalz in Deutschland.
Allerdings hat das Land aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten und Mieten sowie der zunehmenden Verkehrsüberlastung allmählich an Attraktivität für ausländische und einheimische Arbeitskräfte verloren.
„Junge und gut ausgebildete Luxemburger fühlen sich sehr stark vom öffentlichen Sektor und seinen hohen Einstiegsgehältern angezogen“, erklärte Karin Scholtes von der International Luxembourg Bank (BIL).
Aus diesem Grund verzichten private Unternehmen darauf, junge Talente auszubilden, da sie befürchten, dass diese in den öffentlichen Sektor abwandern, sobald sich die Gelegenheit bietet – eine Situation, die in einigen Fällen dazu geführt hat, dass die Unternehmen eine Entschädigung fordern.
Die Gehälter sind jedoch nicht der einzige Faktor, der die Attraktivität Luxemburgs erhöhen würde, so Arbeitsminister Georges Engel, der auch eine bessere Work-Life-Balance, kürzere Arbeitszeiten und mehr Freizeit anführt.
„Im Rahmen des geltenden Arbeitsrechts und der zu leistenden Arbeitsstunden haben die Unternehmen bereits einen großen Spielraum“, betonte Engel.
Während sich die Arbeitgeber gegen eine Arbeitszeitverkürzung aussprechen, schlägt die Wirtschaftskammer eine bessere steuerliche Begünstigung für junge Talente vor.