Filmfest eröffnet und europäische Filmproduktion erreicht neue Höhen [DE]

Während Cannes sich darauf vorbereitet, das prestigeträchtigste Filmfestival Europas zum 62. Mal zu veranstalten, hat eine gestern (11. Mai 2009) veröffentlichte Umfrage gezeigt, dass im letzten Jahr eine Rekordanzahl von Filmen in der EU produziert wurden und dass europäische Filme weiterhin hoch im Kurs stehen.

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Während Cannes sich darauf vorbereitet, das prestigeträchtigste Filmfestival Europas zum 62. Mal zu veranstalten, hat eine gestern (11. Mai 2009) veröffentlichte Umfrage gezeigt, dass im letzten Jahr eine Rekordanzahl von Filmen in der EU produziert wurden und dass europäische Filme weiterhin hoch im Kurs stehen.

Insgesamt 17 Filme, die zusammen mehr als 3 Millionen an Ko-Finanzierung des EU Media Mundus-Programms erhalten haben, werden bei den 62. Filmfestspielen in Cannes gezeigt, dem bedeutendsten Ereignis auf dem europäischen Filmkalender (13. bis 24. Mai 2009). In der Tat haben zehn der zwanzig Filme, die für Preise nominiert sind, EU-Fördermittel erhalten.  

Vor dem Beginn des Filmfestivals sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding, dass Europa sicher stellen sollte, dass mehr europäische Filme in den Hauptkinos von Drittländern gezeigt würden, statt nur auf spezialisierten europäischen Filmfestspielen im Ausland. 

Es sei gut für europäische Filme Oscars zu gewinnen, aber dies sei nicht genug, so Reding. Man solle sicherstellen, dass sie weit über die kommerziellen Medien verbreitet werden. 

Rekordzahl von europäischen Produktionen

Eine Rekordzahl von 1145 Spielfilmen, unter anderem spielfilmlange Dokumentationen, wurden im Jahr 2008 in der EU produziert, der Marktanteil lag bei 28,4 Prozent aller Kinobesuche, so ein Bericht über Weltmarkttrends in der Filmproduktion, der von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle (EAO) durchgeführt wurde. 

Der Besuch von Kinos innerhalb der Union erhöhte sich um 0,5 Prozent und erreichte im letzten Jahr 924 Millionen Besucher. Die erfolgreichsten Filme des Jahres 2008 waren das auf der Musikgruppe ABBA basierende Musical „Mamma Mia“ und der Film James Bond: Ein Quantum Trost. 

Im letzten Jahr wurden 112 Filme mehr als im Jahr 2007 produziert, so die EAO. Tatsächlich sind die Produktionsniveaus von vollständig nationalen und mehrheitlich koproduzierten Filmen im letzten Jahr um 10,8 Prozent gestiegen, bei einem jährlichen Zuwachs von 7,1 Prozent seit 2004.

Die hohe Popularität von nationalen Filmen in ihren Heimatländern macht es generell möglich, dass sie einen derart hohen Marktanteil behalten. Französische Filme führten in dieser Hinsicht, da sie einen lokalen Marktanteil von 45,4 Prozent besitzen. 
EU verstärkt Förderung 

Derweil nahm die EU in der letzten Woche (7. Mai 2009) ein Förderpaket von über 15 Millionen Euro an, die die weltweite Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen Branche in Zusammenarbeit mit Drittländern fördern soll. 

Europaabgeordnete stimmten mit einer Mehrheit von 484 Stimmen für das Förderpaket (16 Gegenstimmen und 25 Enthaltungen) der nächsten Phase des Media Mundus Programmes der EU, um den europäischen Film zu fördern. Der Bericht wurde von der deutschen EVP Abgeordneten Ruth Hieronymi angefertigt.

Das Programm für 2011 bis 2013 sieht die Förderung von internationalen professionellen Kollaborationen und den Informationsaustausch durch Training und Stipendien vor. Das Ziel ist es, die Profis der Branche in Europa und in Drittstaaten besser zu vernetzen. 

Media Mundus ist dafür bestimmt, den Zugang zu ausländischen Märkten zu verbessern und dafür, Vertrauen und langzeitliche geschäftliche Beziehungen aufzubauen, sowie die Wettbewerbsfähigkeit und die transnationale Verteilung von Filmen zu erhöhen, was internationale Koproduktionen einfacher machen wird. 

Es möchte ebenfalls:

• Die Zirkulierung und Zurschaustellung von audiovisuellem Material weltweit verbessern und öffentliche Nachfrage, besonders unter jungen Zuschauen aufgrund eines kulturell vielfältigen Inhaltes verbessern.
• Dazu beitragen gemeinsame Koproduktionen zwischen EU und Drittstatten zu ermöglichen, indem man den Zugang zu Finanzierung verbessert. 
• Verbesserung der transnationalen Filmverteilung durch finanzielle Unterstützung für den Druck, die Erstellung von Untertiteln sowie für die Werbung.
• Die Förderung neuer Technologien, wie zum Beispiel Web TV.

Am 15. Mai wird die Europäische Kommission einen Informationstag für das Medienprogramm für Kinoprofis in Cannes abhalten.