Finnische Studie macht EU für hohe Stromrechnungen verantwortlich
Die Europäische Union und ihr Energiemarktsystem sind schuld an den sehr hohen Stromrechnungen im vergangenen Jahr, da die Unternehmen angesichts der niedrigen Produktionskosten satte Gewinne gemacht haben, so die Untersuchungsabteilung des finnischen Rundfunks in einer am Montag veröffentlichten Studie.
Die EU und deren Strommarktdesign sei für die hohen Stromrechnungen im vergangenen Jahr verantwortlich, so eine Studie des finnischen Rundfunks. Die Gewinne haben Energiekonzerne gemacht.
In Finnland stiegen die Strompreise im Jahr 2022 beträchtlich, insbesondere nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine. Der durchschnittliche Strompreis stieg von 3,5 Cent pro Kilowattstunde vor dem Krieg auf durchschnittlich 25 Cent pro Kilowattstunde innerhalb von sechs Monaten zwischen Juli und Dezember 2022.
Die Energiekrise sei ein „Paradies für Energieerzeuger“ gewesen, da die Stromerzeugungskosten gleich geblieben seien, sagte Physikprofessor Peter Lund von der Universität Aalto gegenüber YLE und griff damit die Ergebnisse der Studie auf.
Er sagte, dass die Europäische Union und ihr Strommarktdesign daran schuld seien.
Während das EU-Energiepreismodell, das auf Grenzpreisen basiert, die Preise unter normalen Umständen niedrig hält, fügte Lund hinzu, dass außergewöhnliche Umstände wie der Krieg in der Ukraine zu steigenden Preisen führten.
Da die Produktion fossiler Brennstoffe teurer geworden ist und die Preisgestaltung bestimmt, können die Verbraucher jetzt nicht in den Genuss billiger Solarenergie, Windenergie und Wasserkraft kommen.
Da jedoch andere Produktionskosten niedrig geblieben sind, haben die Energieunternehmen große Gewinne erzielt, wie die YLE-Studie ergab.
Finnland hat zusammen mit Deutschland, Dänemark, Estland, Luxemburg, Lettland und den Niederlanden das derzeitige EU-Energiemarktsystem und seine Grenzpreispraktiken verteidigt.