Finnland verlangt von Israel Garantien für Lieferung von Raketensystemen

Finnland ist das erste Land, das das Langstrecken-Luftabwehrsystem "David's Sling" außerhalb Israels einsetzt. Die Weigerung Israels, Waffen an die Ukraine zu liefern, hat die finnische Regierung jedoch dazu veranlasst, zusätzliche Maßnahmen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit zu ergreifen.

Euractiv.com
Missile,Defense,Systems
Der Vertrag mit dem israelischen Hersteller Rafael Advanced Defence Systems war seit langem in Vorbereitung, und die veränderte internationale Lage hatte Auswirkungen auf seinen Inhalt. Israel hat sich geweigert, Waffen an die Ukraine zu liefern, weil es im syrischen Bürgerkrieg gemeinsame Interessen mit Russland verfolgt. Dies hat dazu geführt, dass Finnland vorsorglich Maßnahmen ergriffen hat, um im Krisenfall keine Unterbrechung der Materiallieferungen zu riskieren. [Shutterstock/guruXOX]

Finnland ist das erste Land, das das Langstrecken-Luftabwehrsystem „David’s Sling“ außerhalb Israels einsetzt. Die Weigerung Israels, Waffen an die Ukraine zu liefern, hat die finnische Regierung jedoch dazu veranlasst, zusätzliche Maßnahmen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit zu ergreifen.

Der Vertrag mit dem israelischen Hersteller Rafael Advanced Defence Systems war seit langem in Vorbereitung, und die veränderte internationale Lage hatte Auswirkungen auf seinen Inhalt. Israel hat sich geweigert, Waffen an die Ukraine zu liefern, weil es im syrischen Bürgerkrieg gemeinsame Interessen mit Russland verfolgt. Dies hat dazu geführt, dass Finnland vorsorglich Maßnahmen ergriffen hat, um im Krisenfall keine Unterbrechung der Materiallieferungen zu riskieren.

In der Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums heißt es: „Der Beschaffungsvertrag wird einen separaten Teil zwischen dem israelischen Verteidigungsministerium und dem finnischen Verteidigungsministerium enthalten, um die Versorgungssicherheit des Systems zu gewährleisten. Die Vereinbarung wird die Verfügbarkeit kritischer Systemkomponenten in allen Sicherheitssituationen gewährleisten.“

Der Experte des Verteidigungsministeriums, Frans Peltonen, sagte am Montag gegenüber Helsingin Sanomat, dass ähnliche Vereinbarungen in einigen bedeutenden Beschaffungsgeschäften enthalten sein können, aber nicht „alltäglich“ seien. Er bestritt auch, dass die angespannte politische Lage in Israel bei der Aufnahme von Liefergarantien in den Raketenkaufvertrag eine Rolle gespielt habe.

Nach Angaben des finnischen Verteidigungsministeriums wird der Preis, der sich auf bis zu 660 Millionen Euro belaufen könnte, die Reichweite der bodengestützten Luftverteidigung des Landes deutlich auf bis zu 15 Kilometer erhöhen. Derzeit kann Finnland Raketen hauptsächlich mit Kampfjets abfangen. Das gemeinsam mit den USA entwickelte System wurde 2017 von Israel in Betrieb genommen und wird in Finnland bis zum Ende des Jahrzehnts einsatzbereit sein.