Finnland: Wasserstoffanlage sorgt für Aufregung bei Regierungsverhandlungen

Das US-Unternehmen Plug Power kündigte eine Milliardeninvestition für den Aufbau von Wasserstoffproduktionsanlagen in Finnland an, während die Energiestrategie und die Klimaziele von der finnischen Partei in den Regierungsverhandlungen in Frage gestellt wurden.

Euractiv.com
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Die Klima- und Energiepolitik bedürfe eines "pragmatischeren" Ansatzes, sagte die Parteivorsitzende von "Die Finnen" Riikka Purra am Montag. Sie bezeichnete das Ziel für 2035 als "dumm" und bezweifelte, dass es überhaupt erreicht werden könne. [Shutterstock/Audio und werbung]

Das US-Unternehmen Plug Power kündigte eine Milliardeninvestition für den Aufbau von Wasserstoffproduktionsanlagen in Finnland an, während die Energiestrategie und die Klimaziele von der finnischen Partei in den Regierungsverhandlungen in Frage gestellt wurden.

Bei einer Unterzeichnungszeremonie in Helsinki gab das US-Unternehmen Plug Power Inc. am Dienstag Pläne zum Bau von drei Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff in Finnland bekannt. In der Pressemitteilung des Unternehmens heißt es, die Investition in Höhe von rund 6 Milliarden Euro befinde sich noch in der Planungsphase, und Entscheidungen würden etwa 2025 oder 2026 getroffen.

Nach Angaben des Unternehmens würde die Investition die europäische Energiesicherheit erhöhen, da der produzierte Wasserstoff über eine Pipeline nach Westeuropa exportiert werden würde. Der Umfang der Elektrolyseur-Kapazität würde fast 5 Prozent der Ziele des RePowerEU-Plans entsprechen, wonach bis 2030 in Europa 10 Millionen Tonnen erneuerbarer Wasserstoff produziert werden sollen.

Bei der Zeremonie am Dienstag begründete Andy Marsh, CEO von Plug Power, die Investition unter anderem mit Finnlands Engagement für die Verringerung der CO2-Emissionen und seinem Ziel der CO2-Neutralität bis 2035.

Markku Kivistö, Leiter des Bereichs Cleantech-Industrie bei Invest in Finland, bestätigte ebenfalls, dass Finnland wegen seines hohen Anteils an emissionsfreier Energieerzeugung ausgewählt wurde.

Diese Äußerungen störten jedoch die laufenden Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung, zumal sich die Parteien in der Klimapolitik nicht einig sind.

Die Klima- und Energiepolitik bedürfe eines „pragmatischeren“ Ansatzes, sagte die Parteivorsitzende von „Die Finnen“ Riikka Purra am Montag. Sie bezeichnete das Ziel für 2035 als „dumm“ und bezweifelte, dass es überhaupt erreicht werden könne.

Bei einem Treffen mit der Presse am Mittwoch wies sie die Befürchtungen zurück, dass die geplante neue Ausrichtung der Klima- und Energiepolitik Investionen in umweltfreundliche Technologien blockieren würde. Ihr zufolge könnten Investitionen auch außerhalb des ökologischen Wandels gefördert werden.

Der voraussichtliche neue Premierminister Petteri Orpo blieb jedoch dabei, dass die nächste Regierung am Ziel der CO2-Neutralität festhalten wird.

Ob die Regierung in irgendeiner Weise bereit sein wird, das Image des Landes als lukratives Investitionsziel zu gefährden, bleibt abzuwarten, zumal nun schätzungsweise 1.000 direkte und 3.000 indirekte Arbeitsplätze durch die Investition von Plug Power auf dem Spiel stehen.