'Good Governance’ soll europäischen Fußball retten [DE]
Der Fußballsport ist in der Lage, sich ohne Einmischung der öffentlichen Behörden selbst zu regulieren. Laut dem Wissenschaftler Borja García sind eine bessere Repräsentation, mehr Demokratie und Transparenz auf allen Ebenen der Fußballhierarchie jedoch eine Voraussetzung für das Gelingen dieses Vorhabens.
Der Fußballsport ist in der Lage, sich ohne Einmischung der öffentlichen Behörden selbst zu regulieren. Laut dem Wissenschaftler Borja García sind eine bessere Repräsentation, mehr Demokratie und Transparenz auf allen Ebenen der Fußballhierarchie jedoch eine Voraussetzung für das Gelingen dieses Vorhabens.
„Governance muss auf allen Ebenen des Fußballgeschäfts verbessert werden. Die massive Kommerzialisierung und die enormen Einnahmen durch den Verkauf von Übertragungsrechte sind die Wurzel der Probleme im Fußballgeschäft, denn sie verursachen Korruptionsskandale (in Italien, Deutschland, Belgien…) und interne Machtkämpfe“, sagt Borja García, Forscher am Fachbereich für Politik, Internationale Beziehungen und Europäische Studien der Loughborough Universität in Großbritannien, in einem Exklusiv-Interview mit EURACTIV.
Eine kürzlich veröffentlichte unabhängige Studie (siehe EURACTIV 26. Mai 2006) verweist auf Absprachen über den Ausgang von Wettkämpfen, Korruption und Wettskandale in mehreren europäischen Ländern und stellt fest, dass „die andauernden rechtlichen Herausforderungen für den Sport, das Vertrauen in das System geschwächt und ein unsicheres Klima geschaffen haben.“
Der Leiter der Studie, José Luis Arnaut, nennt es wie folgt: „Der Sport im allgemeinen und Fußball im speziellen, kränkelt. Nur ein Eingreifen der Politiker, in Zusammenarbeit mit den Fußballverbänden, kann Besserung bringen“.
Borja García unterstreicht, dass es unerlässlich ist, dass die obersten Behörden des Fußballs nach den höchsten Standards von ‚good Governance’ handeln. Laut García ist die Selbstregulierung des Sports möglich, wenn gewisse Voraussetzungen, wie verbesserte Repräsentation, mehr Demokratie und Transparenz auf allen Ebenen, erfüllt werden. Er weist auf die Notwendigkeit von allgemeinen Standards für ‚good Governance’ im Sport hin.
Eine weitere Priorität sollte Klärung der gesetzlichen Lage sein: „Der ehrliche Versuch des Fußballsports die Bereiche Governance und Management zu verbessern, sollte mit mehr rechtlicher Eigenverantwortung einhergehen. Faktisch würde das bedeuten, dass von den Fußballverbänden getroffene Vereinbarungen, wie zum Beispiel der kollektive Verkauf von TV-Übertragungsrechten, nicht mehr von den Gerichten in Frage gestellt würden“, erklärt García.
Er betont jedoch ausdrücklich, dass einer solchen rechtlichen Absicherung „echter Einsatz der Fußballfamilie vorangehen muss, um den Zustand zu verbessern. Es darf nicht den umgekehrten Weg geschehen.“
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