Grüne Revolution oder Ökodiktatur?

Für Geräte wie Fernseher und Computer setzt die EU ökologische Standards. Doch die Regulierung ist gerade im Wahlkampf ein Reizthema. Die Europa-Abgeordneten Rebecca Harms (Grüne) und Holger Krahmer (FDP) streiten auf euractiv.de über Sinn und Unsinn des Ökodesigns.

Brüssel ändert das Licht. Ab September 2009 sollen herkömmliche Glühbirnen aus dem Handel verschwinden.

Copyright: Christian-Seidel / pixelio.de
Brüssel ändert das Licht. Ab September 2009 sollen herkömmliche Glühbirnen aus dem Handel verschwinden. Copyright: Christian-Seidel / pixelio.de

Für Geräte wie Fernseher und Computer setzt die EU ökologische Standards. Doch die Regulierung ist gerade im Wahlkampf ein Reizthema. Die Europa-Abgeordneten Rebecca Harms (Grüne) und Holger Krahmer (FDP) streiten auf euractiv.de über Sinn und Unsinn des Ökodesigns.

Wenn die EU-Kommission Wohnungen mitgestaltet, ist Europapolitik plötzlich ganz nahe bei den Menschen: Brüssel normiert seit 2005 auf Grundlage der Ökodesign-Richtlinie energiebetriebene Produkte – vom Drucker bis zur Glühbirne. Das Ziel: Mehr Energie-Effizienz für den Klimaschutz.

In den kommenden Jahren soll es weitere Ökodesign-Standards geben. Auch Produkte wie Duschköpfe und Fensterdichtungen sollen normiert werden, um den Energieverbrauch zu senken.

Der sichtbare Eingriff in den Alltag ist umstritten. So führte etwa das Verbot der herkömmlichen Glühbirne zu heftigen Diskussionen. Soll der Verbraucher selbst entscheiden, welche Glühbirnen er kauft? Sind die Ökodesign-Standards eine Überregulierung der EU-Bürokraten? Oder wird noch viel zu wenig verboten, um im Klimaschutz voranzukommen?

EURACTIV.de hat zwei deutsche Abgeordnete gebeten, zum europäischen Ökodesign Stellung zu nehmen.

Rebecca Harms (Grüne), 62 Jahre, sitzt seit 2004 im Europäischen Parlament und tritt bei der Europawahl als Spitzenkandidatin ihrer Partei an. Laut Harms setzt die Ökodesign-Richtlinie am richtigen Punkt an. „Wir können es uns schlicht nicht leisten weiterhin wertvolle Ressourcen zu verschleudern und CO2 Vermeidungspotenziale zu ignorieren“, so Harms in Ihrem Gastbeitrag auf euractiv.de. Auch den Austausch herkömmlicher Glühbirnen verteidigt Harms: „Beleuchtung mit effizienteren Lampen wird ‚anders‘ sein – ich halte es jedoch nicht für unzumutbar.“

Ganz anderer Meinung ist Holger Krahmer (FDP), 38 Jahre, seit 2004 im Europäischen Parlament. In seinem Gastbeitrag sieht Krahmer die EU mit der Ökodesign-Richtlinie auf dem falschen Weg: „Die Brüsseler Bürokraten trauen es Firmen und Konsumenten offenbar nicht zu, die Entscheidung für oder gegen ein Produkt selbstverantwortlich zu treffen.“ Für Krahmer ist klar: „Guter Umweltschutz geht anders.“

Alexander Wragge