Harms: Ökodesign - gut fürs Klima und die Geldbörse
MdEP Rebecca Harms (Grüne) verteidigt ökologische Produktstandards auf EU-Ebene
MdEP Rebecca Harms (Grüne) verteidigt ökologische Produktstandards auf EU-Ebene
Energieeffizienz, einst von Energiekommissar Andris Piebalgs zur Priorität der Prioritäten ernannt, ist nach wie vor ein weitgehend unausgeschöpftes Potenzial zur CO2-Vermeidung. Es ist schwer nachvollziehbar, dass wir gerade in diesem Bereich, in dem Maßnahmen nicht nur CO2, sondern dem Verbraucher bares Geld sparen, so wenig Fortschritte machen. Besonders in Zeiten, in denen wir Klima- und Wirtschaftskrise gleichzeitig bekämpfen müssen, sollten Maßnahmen, die Verschwendung von Energie und anderen Ressourcen verringern, ganz oben auf unserer Maßnahmenliste stehen. Wir können es uns schlicht nicht leisten weiterhin, wertvolle Ressourcen zu verschleudern und CO2- Vermeidungspotenziale zu ignorieren.
Die Ökodesignrichtlinie setzt an diesem Punkt an. Zu Recht stimmte eine große Mehrheit der Abgeordneten des Europaparlaments über die Fraktionsgrenzen hinweg für dieses Instrument. Die Richtlinie setzt Standards für Energie verbrauchende Geräte und wird dafür sorgen, dass nach und nach die verschwenderischsten Haushalts-, Büro- und Elektrogeräte, Lampen, Klimaanlagen und Heizungen vom Markt verschwinden. Dabei wird die Gesamtbilanz – von der Herstellung bis zur Entsorgung – betrachtet. Nur wenn insgesamt eine relevante Verbesserung der Umweltwirkung erreicht werden kann und die Funktionalität gewährleistet bleibt, schlägt die Kommission entsprechende Maßnahmen vor.
In den meisten Fällen werden ineffiziente Geräte weitgehend unbemerkt vom Markt verschwinden. Doch hin und wieder trifft es ein Gerät, an das man sich sehr gewöhnt hat. Das Verbot der alten und verbrauchsintensiven Glühbirne hat, besonders in Deutschland, großes Aufsehen erregt. Da wurde die andere Lichtfarbe beklagt, die Ästhetik bemängelt und das Einsparungspotenzial in Frage gestellt. Berechnungen der Kommission zu Folge können durch den Austausch der Glühbirnen 10-15% des Stromverbrauchs eines Haushalts eingespart werden. Das ist sowohl finanziell für den Verbraucher relevant (selbst wenn die höheren Anschaffungskosten einbezogen werden) als auch eine relevante Einsparung von Strom (40TWh jährlich) und CO2 (15 Mio t) in der EU.
Beleuchtung mit effizienteren Lampen wird "anders" sein – ich halte es jedoch nicht für unzumutbar. Ich bin sogar der Meinung, dass vieles anders werden muss, wenn wir unsere Klimaziele verwirklichen wollen. Die CO2 Einsparungen, die notwendig sind, werden wir nur erreichen, wenn wir sehr viele verschiedene Maßnahmen ergreifen, um unseren Energieverbrauch zu reduzieren – beim Heizen und Kühlen unserer Gebäude, beim Verwenden elektrischer Geräte, im Transport, in der industriellen Fertigung, etc. Wir müssen Ressourcen in allen Bereichen effizient verwenden. Das spart dem Verbraucher Geld, schützt das Klima und die Umwelt und sichert zukunftsfähige Arbeitsplätze in Europa. In Zeiten des Klimawandels, knapper werdender Ressourcen und weltweit steigender Nachfrage nach Rohstoffen werden sich nur jene Produkte durchsetzen, die Ressourcen sparsam verwenden. Europa kann davon profitieren und darf diese Chance nicht verpassen.
Internet: