Interview: EU soll soziale Werte des Sports besser zur Geltung bringen [DE]
Eine mögliche zukünftige Zuständigkeit der EU für den Sportbereich sollte auf sozialen, pädagogischen und bürgerlichen Werten basieren, argumentiert eine NGO aus dem Sportbereich in einem Interview mit EURACTIV.
Eine mögliche zukünftige Zuständigkeit der EU für den Sportbereich sollte auf sozialen, pädagogischen und bürgerlichen Werten basieren, argumentiert eine NGO aus dem Sportbereich in einem Interview mit EURACTIV.
Zukünftige EU-Programme zur finanziellen Unterstützung von Sportorganisationen und Projekten im Sportbereich „werden ein wichtiges Instrument dabei sein, die sozialen Werte des Sports besser zur Geltung zu bringen“, sagte Nicolas Gyss, der Generalsekretär von Sport et Citoyenneté, einer europäischen Vereinigung zur Anregung von Studien und Debatten zur gesellschaftlichen Rolle des Sports.
Das Programm könnte gestartet werden, wenn der Vertrag von Lissabon in Kraft tritt. Dieser legt die EU-Kompetenzen im Sportbereich fest. Der neue Vertragsartikel zum Thema Sport würde nicht alle Probleme im Sportbereich lösen, aber er könnte die Art und Weise beeinflussen, wie „EU-Gesetze auf Regelungen im Sportbereich angewendet werden und für größere Rechtssicherheit für Akteure in diesem Bereich sorgen“, sagte Gyss.
Die Vereinigung hofft, dass die aktuelle französische EU-Ratspräsidentschaft bei ihren Bemühungen erfolgreich sein wird, den Ratifizierungsprozess des Lissabon-Vertrags so schnell wie möglich erfolgreich abzuschließen.
Mit Blick auf die zukünftigen EU-Sportprogramme, erwartet die Vereinigung, dass die Kommission „eine Sportpolitik implementieren wird, die auf den sozialen Werten des Sports basiert“ und dass sie die richtige Balance zwischen den wirtschaftlichen und sozialen Merkmalen des Sports findet.
„Es ist wesentlich, immer zu berücksichtigen, dass Sport kein Sektor wie jeder andere ist“, sagte Gyss und argumentierte, dass beispielsweise die Glücksspielreform immer unter Berücksichtigung der Konsequenzen für die Finanzierung des Amateursports gesehen werden müsse.
Sport et Citoyenneté, eine NGO und ein Experten-Netzwerk, zielt darauf ab, zwischen der Sportgemeinschaft und der EU zu vermitteln, indem sie Debatten über Sport und Gesellschaft durch die Arbeit ihrer wissenschaftlichen Ausschüsse, ihrer Zeitschrift, ihrer Webseite und ihres Blogs anregt und selbst Beiträge liefert.
„Eine Zuständigkeit der EU im Sportbereich würde uns mehr Möglichkeiten eröffnen, die sozialen, pädagogischen und bürgerlichen Werte des Sports in Europa zu untersuchen und besser zur Geltung zu bringen“, betonte Gyss.
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