Kosovo: Serben greifen nach Verhaftung Polizei an
Nach der Verhaftung einer Person, die verdächtigt wird, die Polizei im Norden des Kosovo angegriffen zu haben, kam es am Dienstag erneut zu Spannungen, als ethnische Serben die kosovarische Polizei mit Steinen angriffen.
Nach der Verhaftung einer Person, die verdächtigt wird, die Polizei im Norden des Kosovo angegriffen zu haben, kam es am Dienstag erneut zu Spannungen, als ethnische Serben die kosovarische Polizei mit Steinen angriffen.
Den Aufnahmen zufolge wurde ein Fahrzeug der kosovarischen Polizei mit Steinen beworfen und an der Weiterfahrt gehindert.
Milun Milenkovic-Lune, der Anführer der Zivilschutzgruppe, wurde am Dienstag unter dem Verdacht festgenommen, einen Angriff auf die ausländische Militärpräsenz unter Leitung er NATO (KFOR) am 29. Mai organisiert zu haben. Bei dem Angriff wurden mehr als 30 KFOR-Soldaten, Polizisten und Journalisten verletzt.
„Die Polizei des Kosovo hat heute Milun Milenkovic-Lune verhaftet, einen der Anführer der kriminellen Formation ‚Civil Defense‘ und der Anführer der kriminellen Banden, die im Laufe der Jahre unsere Bürger terrorisiert und Angehörige der Kosovo-Polizei und der Institutionen der Republik Kosovo angegriffen haben. Dieselbe Person war auch der Hauptorganisator der Angriffe gegen die Kräfte der KFOR und der Kosovo-Polizei in Zveçan“, sagte Innenminister Xelal Svecla.
Er fügte hinzu, dass die Zeit der kriminellen Banden im Norden des Landes vorbei sei.
Bei der Festnahme des Verdächtigen wurden kosovarische Polizeibeamte angegriffen und drei von ihnen leicht verletzt.
Kosovos Justizministerin Albulena Haxhiu forderte, dass die Kriminellen im Norden, die für die Störung des Friedens verantwortlich seien, sofort identifiziert und für ihre Taten bestraft werden. Sie wies darauf hin, dass einige Mitglieder der kriminellen Gruppen in Gewahrsam seien, andere jedoch in Erwartung weiterer Ermittlungen freigelassen wurden.
Kriminelle Aktivitäten sind im Norden des Kosovo nach wie vor ein Problem, darunter Menschen-, Drogen- und Waffenhandel sowie das illegale Mining von Kryptowährungen.
Letzte Woche wurde eine Person unter dem Verdacht des Schmuggels und der Bedrohung der stellvertretenden Bürgermeisterin von Leposavic, Dragana Miletic, festgenommen.
Premierminister Albin Kurti verurteilt seit langem die Kriminalität im Norden und erklärte, diese sei auf „illegale Strukturen zurückzuführen, die sich in kriminelle Banden verwandelt haben und von Belgrad finanziell und politisch unterstützt werden.“
In einem Brief an EU-Chefdiplomat Josep Borrell erklärte Kurti kürzlich, es sei wichtig, die Rechtsstaatlichkeit in der Region wiederherzustellen.
„Die Situation im Norden ist schon lange nicht mehr normal, aber die Eskalation am 29. Mai macht es dringend notwendig, all jene vor Gericht zu stellen, die Gewalt gegen die kosovarische Polizei, die KFOR und die Medien angewendet haben“, heißt es in dem Schreiben.
In einem zweiten Schritt sollen „gewalttätige Gruppen“ „unverzüglich aus dem Gebiet des Kosovo abgezogen und jegliche kriminelle Handlung gegen die Institutionen des Kosovo eingestellt werden.“
Aus Belgrad gab es zur Verhaftung klare Worte.
„Die heutige Verhaftung ist klar und eindeutig eine Provokation und ein Verbrechen von Albin Kurti, der versucht, einen Krieg im Herzen Europas zu verursachen. Serbien tut alles, um den Frieden aufrechtzuerhalten, aber die Serben im Kosovo sind in den letzten 15 Jahren der schlimmsten Verfolgung ausgesetzt gewesen“, sagte der serbische Präsident Aleksander Vučić.