Montenegro: FBI werde bei der Aufklärung von Cyber-Attacken helfen
The US Federal Bureau for Investigation (FBI) will send Cyber Action Teams (CAT) to Montenegro to help it investigate recent cyber attacks on government digital infrastructure, the interior ministry said on Wednesday. (31 August).
Das Federal Bureau for Investigation (FBI) der Vereinigten Staaten soll demnächst sogennante Cyber Action Teams (CAT) nach Montenegro entsenden, um das Land bei der Untersuchung der jüngsten Cyberangriffe auf die digitale Infrastruktur der Regierung zu unterstützen, teilte das Innenministerium des Westbalkanlandes am Mittwoch mit. (31. August).
Die Cyber-Attacken, die von Beamten als beispiellos bezeichnet wurden und von denen die Nationale Sicherheitsbehörde (ANB) annimmt, dass sie von russischen Hackern gestartet wurden, hatten letzte Woche die IT-Dienste der montenegrinischen Regierung gestört.
Dem Minister für öffentliche Verwaltung, Maras Dukaj, zufolge seien 150 Rechner in 10 staatlichen Einrichtungen infiziert worden. Die Regierung hat keine Lösegeldforderungen für das infizierte Material erhalten.
Die obersten Polizeibeamten des NATO-Mitgliedslandes Montenegro trafen sich am Mittwoch mit dem juristischen Attaché des FBI für Serbien, Bosnien und Montenegro und vereinbarten, dass CAT-Expert:innen bei den Ermittlungen beteiligt werden sollten, so das Innenministerium in einer Erklärung.
Medienberichten zufolge haben Frankreich und die NATO bereits ihre Unterstützung zugesagt.
Regierungsbeamte haben bestätigt, dass die ANB Russland hinter den Angriffen vermutet. Sie sagten, dass es sich um Vergeltungsmaßnahmen handeln könnte, nachdem Montenegro sich den Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland angeschlossen und mehrere russische Diplomaten ausgewiesen hatte.
Hacker griffen auch die staatliche digitale Infrastruktur Montenegros am Wahltag 2016 und erneut über mehrere Monate im Jahr 2017 an, als die ehemalige jugoslawische Republik kurz vor dem NATO-Beitritt stand.
Die Angriffe erfolgen nur wenige Wochen nachdem Albaniens Regierungsportale nach einem ausgeklügelten und weitreichenden Cyberangriff völlig lahmgelegt worden waren. Die Hacker hatten es auf e-Albania abgesehen, das Unternehmen und Privatpersonen Zugang zu allen Regierungsdiensten, Regierungswebseiten und offenbar auch zum E-Mail-Konto des Premierministers bietet.
Mit Hilfe von US-Spezialist:innen, der NATO und Experten:innen für Cybersicherheit konnte die Regierung schließlich die Kontrolle über ihre Websites wiedererlangen. Allerdings wurden E-Mails aus dem offiziellen Konto des Premierministers zusammen mit anderen Dokumenten im Internet verbreitet.
Die Regierung beschuldigte Russland nicht direkt, gab aber an, dass der Angriff vermutlich von einem der beiden infrage kommenden Staaten – Russland oder Iran – ausging.