Neuer tschechischer Präsident Pavel: Anruf in Taiwan verärgert China

Das Telefongespräch des neu gewählten tschechischen Präsidenten Petr Pavel mit der taiwanesischen Präsidentin Tsai Jing-wen am Montag (30. Januar) hat in Peking für Verärgerung gesorgt, da die Spannungen zwischen China und Taiwan wegen Taipehs fortgesetzter Behauptung seiner Autonomie auf der Weltbühne und eines anhaltenden Handelsstreits schwelen.

EURACTIV.cz
Petr Pavel wins presidential election
Das Telefonat mit Pavel (Bild) löste in China Kritik aus. Die tschechische Tageszeitung Deník N berichtete, die tschechische Diplomatie habe bestätigt, dass das chinesische Ministerium die tschechische Botschaft in Peking kontaktiert und seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht habe. [EPA-EFE/MARTIN DIVISEK]

Das Telefongespräch des neu gewählten tschechischen Präsidenten Petr Pavel mit der taiwanesischen Präsidentin Tsai Jing-wen am Montag (30. Januar) hat in Peking für Verärgerung gesorgt. Die Spannungen zwischen China und Taiwan sind angespannt, da Taipeh weiterhin auf Autonomie auf der Weltbühne besteht.

Nach Angaben des taiwanesischen Präsidialamtes dauerte das Telefonat etwa eine Viertelstunde und Tsai äußerte den Wunsch, mit Pavel in Kontakt zu bleiben.

Das Telefonat mit Pavel löste in China Kritik aus. Die tschechische Tageszeitung Deník N berichtete, dass das chinesische Ministerium die tschechische Botschaft in Peking kontaktiert und seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht habe.

„Wir können bestätigen, dass das chinesische Außenministerium unsere Kolleg:innen von der (tschechischen) Botschaft in Peking telefonisch kontaktiert hat. Die chinesische Seite äußerte sich besorgt über Medieninformationen über das bevorstehende Telefongespräch zwischen dem designierten Präsidenten und der Präsidentin Taiwans“, so die Sprecherin des tschechischen Außenministeriums Mariana Wernerová gegenüber iDnes.

Pavel – ehemaliger Chef des NATO-Militärausschusses – wurde am Samstag (28. Januar) gewählt und wird am 9. März offiziell als tschechischer Präsident vereidigt werden. Bis dahin ist der offizielle Präsident des Landes Miloš Zeman – ein Politiker, der für seine pro-chinesischen Ansichten bekannt ist.

Pavel knüpft jedoch bereits jetzt Beziehungen zu seinen künftigen Amtskolleg:innen.

„Heute habe ich mit der taiwanesischen Präsidentin Tsai Ing-wen gesprochen. Ich habe ihr für ihre Glückwünsche gedankt und ihr versichert, dass Taiwan und die Tschechische Republik die gleichen Werte wie Freiheit, Demokratie und Menschenrechte vertreten. Wir haben vereinbart, unsere Partnerschaft zu stärken“, twitterte Pavel am Montag.

China betrachtet Taiwan als seine Provinz, und die Staats- und Regierungschefs vieler Länder treffen sich nicht offiziell mit taiwanesischen Spitzenbeamt:innen, um Peking nicht zu provozieren.

Im letzten Jahr haben die Spannungen zwischen Taiwan und China zugenommen, da Taiwan seine diplomatische Präsenz und seine Beziehungen zu westlichen Ländern ausgebaut hat. Dies hat dazu geführt, dass China den taiwanesischen Handel mit dem Festland stark einschränkt und sogar die Einfuhr bestimmter Waren blockiert.

Die Tschechische Republik verfolgt offiziell eine Ein-China-Politik und erkennt nur das chinesische Festland an. Sowohl die tschechische Regierung als auch der neu gewählte Präsident erklären jedoch ihr Interesse an einer Zusammenarbeit mit Taiwan aufgrund seines demokratischen Systems.