Nord Stream Ostsee-Pipeline macht Fortschritte [DE]
Mit der Veröffentlichung seiner Umweltverträglichkeitsprüfung hat das Projekt der Nord Stream Gaspipeline einen entscheidenden Fortschritt gemacht. Der Bau könne nun Anfang 2010 beginnen erklärte Sebastian Sass, Vorsitzender der EU-Vertretung der Nord Stream AG, in einem Exklusivinterview.
Mit der Veröffentlichung seiner Umweltverträglichkeitsprüfung hat das Projekt der Nord Stream Gaspipeline einen entscheidenden Fortschritt gemacht. Der Bau könne nun Anfang 2010 beginnen erklärte Sebastian Sass, Vorsitzender der EU-Vertretung der Nord Stream AG, in einem Exklusivinterview.
Sass hatte am 9. März 2009 bekannt gegeben, dass Nord Stream eine Umweltverträglichkeitsprüfung veröffentlicht hatte, die das gesamte Projekt umfasse. Der Bericht steht der Öffentlichkeit zur Verfügung und kann auf der Webseite des Projekts gefunden werden. Die nächste Phase sei nun die der Bürgerbeteiligung und Konsultation, erklärte er.
In den fünf Ländern, von denen Erlaubnisse eingeholt werden müssen, erwarten die Nord-Stream-Vorsitzenden keine Probleme.
Man befinde sich seit genau drei Jahren in Verhandlungen mit allen neun Ostseestaaten. Und nun, da man die umfassendste Umweltverträglichkeitsprüfung präsentiert habe, die in dieser Region jemals durchgeführt worden sei, denke er, erfülle man sämtliche gesetzlichen Anforderungen für den Bau der Pipeline. Den Verhandlungen mit den Ostseestaaten nach zu urteilen, sollte es möglich sein, die Antragsverfahren für die Genehmigungen schnell abzuschließen und so 2010 mit dem Bau zu beginnen, erläuterte Sass.
Der Vertreter des Nord Stream-Projekts erklärte, dass eine Reihe von Problemen überwunden worden seien. Estland habe keine Baugenehmigung erteilt, also werde Nord Stream eine andere Route wählen. Schweden habe Bedenken zu einer geplanten Wartungsplattform geäußert, die in der Nähe der Insel Gotland errichtet werden sollte und deswegen habe man eine technische Lösung gefunden, bei der auf die Plattform verzichtet werden könne.
Sass betonte, das Projekt benötige keine öffentliche Finanzierung.
Das Projekt sei zu hundert Prozent privat finanziert. Man habe zu keiner Gelegenheit öffentliche Gelder angefordert. Es sei geplant, die Verhandlungen mit den Kreditgebern bis Ende 2009 abzuschließen. Investitionen in Nord Stream seien relativ sicher, da es ein Infrastrukturprojekt sei, für das es eindeutig Bedarf gebe, sagte Sass.
Er erklärte, dass die Wirtschaftskrise das Projekt nicht beeinflusst habe. Auf die Frage, ob es nicht als politisch problematisch angesehen werde, dass die Pipeline die Ukraine angreifbarer für Moskau mache, erläuterte er sehr detailliert, dass das Ziel des Projektes nicht sei, die Ukraine zu umgehen. Er machte außerdem deutlich, dass Nord Stream zusätzliches Gas bringe.
Zwei der Anteilseigner seien aus Deutschland (beide halten jeweils 20 Prozent Anteile an dem Projekt), das auch Gas aus der Ukraine erhielte. Diese wären nicht daran interessiert mehrere Milliarden Euro für Nord Stream auszugeben, wenn sie das Gas genauso gut aus anderen Quellen erhalten könnten, sondern sie wollten zusätzliche Kapazitäten. Durch die Ukraine würden pro Jahr 140 Milliarden Kubikmeter Gas fließen, während Nord Stream nur 55 Milliarden liefern werden könne. Es sei also auch technisch unmöglich, die Ukraine als Gaslieferant zu ersetzen.
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