Polen erkennt Kohlesubventionssystem als "problematisch" an

Die polnische Regierung wird andere Lösungen diskutieren, um das russische Kohleembargo zu lösen und die hohen Kohlepreise in den Griff zu bekommen, sagte Premierminister Mateusz Morawiecki.

EURACTIV.com
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Um den Preisanstieg bei Kohle zu stoppen, hat die Regierung im vergangenen Monat ein Subventionssystem eingeführt. [[Shutterstock/Adam J]]

Die polnische Regierung wird andere Lösungen diskutieren, um das russische Kohleembargo zu lösen und die hohen Kohlepreise in den Griff zu bekommen, sagte Premierminister Mateusz Morawiecki.

Um den Preisanstieg bei Kohle zu stoppen, hat die Regierung im vergangenen Monat ein Subventionssystem eingeführt.

So erhalten Kohlehändler:innen, der die Preise nicht höher als 996 Zloty (208 Euro) pro Tonne hält, einen Zuschlag von 1073 Zloty (224 Euro) von der Regierung. Für die meisten Händler:innen ist diese Lösung jedoch unwirtschaftlich, und nur wenige von ihnen haben beschlossen, sich an dem staatlichen Programm zu beteiligen.

„Es erweist sich in der Tat als problematisch, ein System zu schaffen, in dem Verbraucher:innen Kohle zu einem regulären Preis kaufen können“, räumte Morawiecki ein, der vom Nachrichtenportal Wirtualna Polska zitiert wurde.

Seiner Meinung nach liegt das Scheitern des Systems an den Händler:innen, die „keinen Willen zur Zusammenarbeit“ mit der Regierung zeigen.

Daher beschloss das Kabinett, nach anderen Wegen zu suchen, um die Haushalte für die hohen Kohlepreise zu entschädigen. Morawiecki sagte, man werde bald neue Ideen vorlegen.

Die Händler sagen, es sei unfair, ihnen die Schuld zu geben. Ein Händler, der sich dem staatlichen System anschließe, müsse mehrere hundert Zloty zusätzlich aus eigener Tasche zahlen und erhalte den Zuschlag erst am Ende des Jahres, erklärte einer von ihnen.

„Auf diese Weise würde jeder von uns bankrottgehen“, sagte er gegenüber Wirtualna Polska.

„Ich will keine Subventionen. Die Regierung oder staatliche Unternehmen sollen stattdessen billige Kohle liefern“, sagte er.

Morawiecki hat die staatlichen Unternehmen bereits angewiesen, den Kohleimport zu erhöhen. Angesichts des Embargos für russische Kohle sucht Polen nach alternativen Handelspartner:innen.

Nach Angaben des Seenachrichtendienstes Portal Morski erwarten die polnischen Häfen 12 Schiffe mit Kohlelieferungen aus der ganzen Welt. Bislang hat das Land Kohle aus Australien, Indonesien, Südafrika, Mosambik, Kanada, Kolumbien, den Niederlanden und anderen Ländern eingeführt.