Portugals Tourismusbranche rüstet sich für Streiks an Flughäfen
Portugals Tourismussaison wird im August, einem der wichtigsten Monate des Jahres, von einer Reihe von Streiks der Flughafen- und Airline-Mitarbeiter:innen erschüttert werden. Die Gewerkschaften fordern Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen.
Portugals Tourismussaison wird im August, einem der wichtigsten Monate des Jahres, von einer Reihe von Streiks der Flughafen- und Airline-Mitarbeiter:innen erschüttert werden. Die Gewerkschaften fordern Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen.
Hunderte von Pilot:innen der portugiesischen staatlichen Fluggesellschaft TAP Air Portugal protestierten am Dienstag auf dem Flughafen von Lissabon gegen geplante Lohnkürzungen. Gleichzeitig drohten die Beschäftigten der Zivilluftfahrt für Ende des Monats mit einem dreitägigen Streik, weil die Arbeitsbedingungen und Löhne nicht erhöht wurden.
Die TAP-Kürzungen sind Teil eines Umstrukturierungsplans für die Fluggesellschaft, die im Juli 2020 verstaatlicht wurde. Der Staat sprang ein, um die bereits angeschlagene Fluggesellschaft zu retten, nachdem der Flugverkehr wegen des Coronavirus gestoppt worden war.
Die Europäische Union stimmte der Rettung im Gegenzug für einen Umstrukturierungsplan zu, der auch eine Reduzierung der TAP-Flotte und die Abgabe von Start- und Landerechten vorsieht.
„Das TAP-Management muss sich ändern“, sagte Tiago Faria Lopes, der Vorsitzende der Pilotengewerkschaft SPAC.
Das Unternehmen bestehe darauf, „die Piloten für seine schlechte finanzielle Lage verantwortlich zu machen“, sagte er gegenüber portugiesischen Medien.
Rund 500 TAP-Pilot:innen in Uniform nahmen nach Angaben der Organisator:innen an dem Protest vor dem Flughafen teil.
Die Pilot:innen sagen, dass von ihnen verlangt wird, tiefere Lohnkürzungen als andere Angestellte der Fluggesellschaft zu akzeptieren. Das Unternehmen bedauerte, dass keine Vereinbarung mit den Pilot:innen zustande gekommen ist und betonte sein „Engagement, Lösungen zu finden“, um das Unternehmen über Wasser zu halten.
Streiks stehen bevor
In der Zwischenzeit haben die Gewerkschaft der Beschäftigten in der zivilen Luftfahrt (SINTAC) und die Gewerkschaft des Personals der kommerziellen Luftfahrt (SQAC) angekündigt, dass sie zwischen dem 19. und 21. August streiken werden, einem üblicherweise stark vom Reiseverkehr geprägten Sommerwochenende.
Sie werfen dem Flughafenbetreiber ANA, der zehn Flughäfen in Portugal verwaltet, darunter Lissabon, Porto und Faro, und dem französischen Konzern Vinci, der ANA kontrolliert, vor, Nettogewinne in Höhe von mehreren Millionen Euro zu erwirtschaften, während das Personal nicht angemessen bezahlt wird.
Die Gewerkschaften haben außerdem gefordert, dass ANA und Vinci „dringende“ Maßnahmen ergreifen, um zu gewährleisten, dass sich die Arbeitnehmer bei ihrer Arbeit sicher fühlen.
„Nur so können wir das erreichen, was dem Unternehmen seit langem fehlt: soziale Stabilität, Respekt für die Arbeitnehmerrechte und vor allem für die Menschen“, so die Gewerkschaften.
In einer Erklärung bedauerte ANA den Beschluss der Gewerkschaften, einen Streik auszurufen, da die Löhne und Gehälter im April angehoben und den Arbeitnehmern Prämien gezahlt worden waren. Vinci antwortete nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.
„ANA wird weiterhin den Dialog mit den Sozialpartnern fördern und die laufenden Verhandlungen fortsetzen“, sagte ANA.
Die Gewerkschaften vertreten nicht nur einen Teil des Kabinenpersonals, sondern auch das Bodenpersonal und andere mit dem Luftfahrtsektor verbundene Unternehmen.
Im benachbarten Spanien warnten die Fluglotsen Anfang Juli, dass sie wahrscheinlich einen Streik ausrufen würden, wenn das staatliche Flugsicherungsunternehmen Enaire nicht mehr Mitarbeiter für die Sommersaison einstellen würde.
Die Beschäftigten von Ryanair haben im Juli den Betrieb vieler spanischer Flughäfen gestört, als sie für mehrere Tage, vor allem an den Wochenenden, die Arbeit niederlegten. Es wird erwartet, dass sie zu weiteren Streiks aufrufen werden, um Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedigungen zu fordern.