Russland sucht nach Unterstützung für Gaspipeline [DE]

Ein Energiegipfel, der am 14. und 25 April in der bulgarischen Hauptstadt abgehalten wird, soll das South Stream Gaspipeline Projekt ankurbeln, das vom russischen Staatsmonopolisten Gazprom befürwortet wird, so die bulgarische Presse.

pipeline_00.jpg
pipeline_00.jpg

Ein Energiegipfel, der am 14. und 25 April in der bulgarischen Hauptstadt abgehalten wird, soll das South Stream Gaspipeline Projekt ankurbeln, das vom russischen Staatsmonopolisten Gazprom befürwortet wird, so die bulgarische Presse.

Einige Tage vor dem Energieforum in Sofia gibt es weiterhin Unklarheiten darüber, wer eigentlich teilnehmen wird, schreibt die Tageszeitung Standart in ihrer heutigen Ausgabe (21. April 2009).

Russland versuche Einfluss auf die Abschlusserklärung des Energiegipfels in Sofia zu nehmen und die von Gazprom favorisierte „South Stream” Gas-Pipeline zu einem EU-Projekt zu machen, schrieb die Tageszeitung Dnevnik, der Partner von EURACTIV in Bulgarien. 

Die Europäische Kommission stimmt mit dieser Formulierung nicht überein und bevorzugt eine allgemeine Verpflichtung zu mehr Vielfalt bei den Energiequellen, schreibt die Zeitung weiter. 

Eine Presseerklärung des Geschäftsführers von Gazprom vor der russischen Presse bestätigte Moskaus Pläne.

Gazprom werde die Europäische Union bitten, der „South Stream”- Gaspipeline Priorität einzuräumen, sagte der Chef des russischen Gasmonopolisten Alexei Miller heute (21. April 2009) gegenüber der Zeitung Vesti. 

Soweit unterstütze Brüssel noch nicht offiziell das South Stream Projekt, aber man habe sich bisher auch noch nicht dagegen ausgesprochen, sagte der Vizepräsident von Gazprom Aleksandr Medvedev. 

Es wird erwartet, dass die von Gazprom favorisierte South Stream-Pipeline auf dem Gipfel in Sofia Auftrieb erhalten werde, so Banker, eine bulgarische Wochenzeitung. Die Zeitung hat herausgefunden, dass eine politische Erklärung für die Unterstützung zum Bau der Pipeline vorbereitet wird und dass diese für alle an dem Projekt teilnehmenden Staaten (Russland, Italien, Bulgarien, Griechenland, Serbien, Ungarn und Österreich) zur Unterzeichnung bereit liegen sollte. 

Die politische Erklärung kann als symbolträchtig angesehen werden, trotzdem bleiben einige praktische Fragen noch offen, wie zum Beispiel über die neuen Verträge zwischen Gazprom und seinem bulgarischen Pendant Bulgargaz, schreibt Banker weiter. Trotzdem sei es sehr wahrscheinlich, dass diese Themen noch unter dem Mandat der derzeitigen Regierung geregelt werden sollten, schreibt die Zeitung weiter. Das Mandat des Kabinetts endet dieses Jahr im Juli. 

Ausbalancierte Vorzüge.

In offiziellen Erklärungen bemühen sich die bulgarischen Behörden auch, das von der EU favorisierte Nabucco-Projekt als wichtige Priorität einzustufen und es sieht so aus, als ob es auf der gleichen Wichtigkeitsstufe mit South Stream stehe, das als Konkurrenzprojekt zu Nabucco angesehen wird. 

In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung sagte der bulgarische Präsident Georgi Parvanov, der Veranstalter des Treffens ist und dessen Land im Januar schwer von der Gaskrise betroffen gewesen war, gestern, dass man dank der geographischen Position eine Brücke zwischen Zentralasien und Empfängern in Europa werden wolle. 

Die Wichtigkeit des Themas sei bereits vor der Krise realisiert worden und seit Jahren habe Bulgarien Versuche unternommen beide Sektoren zu diversifizieren. Er wolle Projekte wie South Stream und Nabucco als Modellbeispiel nennen, so der bulgarische Präsident weiter. 

Russland kündigt neue Vorschläge für Energiepakt an

Andere Punkte auf der Tagesordnung des Gipfels sind die „Schaffung einer neuen europäischen Energiepolitik“ und der Versuch „neue internationale Vereinbarungen für Energiesicherheit“ zu schaffen. 

Als Konsequenz daraus wird von Russland erwartet, dass es neue Vorschläge für die Errichtung eines rechtlichen Rahmens in Energiefragen zwischen der EU und Russland errichten herausgibt. 

Der russische Präsident Dimitri Medwedew sagte gestern in Helsinki, dass sein Land einen Entwurf herausgegeben hatte, der die Energiecharter ersetzten soll, die die internationale Zusammenarbeit in Energiefragen regelt, unter anderem die des Transits. Das Dokument wurde am selben Tag den G8 und den G20 zugespielt, sowie „seinen engsten Nachbarn und Partnern“ so Medwedew nach Gesprächen mit seiner finnischen Kollegin Tarja Hallonen weiter So die Webseite des Kreml.