Schwedisches Fleisch essen fürs Klima?
Der schwedische Landwirtschaftsminister Peter Kullgren hat Verbraucher aufgefordert, dem Klima zuliebe heimisches statt importiertem Fleisch zu kaufen. Nach Ansicht von Experten würde dies jedoch in Sachen Klimaschutz kaum einen Unterschied machen.
Der schwedische Landwirtschaftsminister Peter Kullgren hat Verbraucher aufgefordert, dem Klima zuliebe heimisches statt importiertem Fleisch zu kaufen. Nach Ansicht von Experten würde dies jedoch in Sachen Klimaschutz kaum einen Unterschied machen.
Laut dem schwedischen Landwirtschaftsminister Peter Kullgren ist der Verzehr von lokal produziertem Fleisch eine Möglichkeit für Verbraucher, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern.
„Ich denke, das Wichtigste ist, dass man sich als umweltbewusster Verbraucher so oft wie möglich für schwedisches Fleisch entscheidet“, sagte er am Donnerstag (9. März) gegenüber Sverige Radio. „Das ist sehr wichtig.“
Heimisches Fleisch zu kaufen, würde nach Ansicht schwedischer Experten jedoch nur einen geringen Beitrag zum Klima leisten, da hierbei lediglich die aus dem Transport entstehenden gesenkt würden, die im Gesamtbild jedoch nur eine sehr kleine Rolle spielten.
„Der Unterschied in der Klimabelastung zwischen der schwedischen Viehproduktion und der Produktion in den Ländern, aus denen wir importieren, ist gering, wenn er überhaupt existiert“, erklärte Elin Röös von der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften. „Es gibt keine wirklich guten Daten, sodass es unklar ist, ob es überhaupt einen Unterschied gibt.“
Nach Ansicht von Experten liegt der Kern des Problems vielmehr im Fleischkonsum selbst. So forderte die schwedische Nationale Lebensmittelbehörde kürzlich eine radikale Reduzierung des Fleischkonsums, teils aus Klimagründen, vor allem aber aus gesundheitlichen Gründen.
„Um sowohl die Gesundheit als auch das Klima zu schützen, müssen wir uns anders ernähren als wir es heute tun. Das ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft“, erklärte Åsa Brugård Konde, Ernährungswissenschaftlerin bei der schwedischen Lebensmittelbehörde, in einer Mitteilung.
„Am besten ist es, ganz auf Fleisch zu verzichten“, bestätigte Elin Röös.
Sie fügte hinzu, dass der Verzehr von weniger Fleisch und Milchprodukten tatsächlich zu einer größeren Verringerung der Klimaauswirkungen führe.
Trotz des wissenschaftlichen Konsenses in dieser Frage lehnte es der Minister jedoch ab, die Menschen zu ermutigen, dem Klima zuliebe ganz auf Fleisch und Milchprodukte zu verzichten.
„Ich habe nicht die Absicht, in die Essgewohnheiten der Menschen einzugreifen, wenn sie einmal in der Woche oder jeden Tag Fleisch essen“, sagte er. Er betonte, es sei „auch für die Versorgungssicherheit Schwedens wichtig, dass wir schwedische Lebensmittel konsumieren.“